Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Das 14. und 15. Jahrhundert

ordentlichen Andrang im Jubeljahr. Einzelne Reiter konnteneinander nicht aus weichen.

Das Pflaster fehlte, von einigen Anfängen aus der Zeit Ni-colaus V. abgesehen, beinahe völlig, und nicht bloß in derMitte der Straßen, sondern auch meist längs den Häusern.

In dieses Chaos brachte Sixtus IV., an das Programm Ni-colaus V. anknüpfend, wirklich Luft und Licht.

Die wichtigsten Straßen wurden mit Pflaster versehen, undjetzt erst war an eine Reinigung derselben zu denken.

VII.

Im Januar des Jahres 1480 wurde die Wegräumung derBuden der Waffenschmiede auf der Engelsbrücke begonnen.

Im Juni desselben Jahres erging der strenge Befehl, in allenbesuchteren Straßen die Vorbauten wegzuräumen, die Straßenwenigstens an den Seiten zu pflastern, vorspringende Häuserganz oder teilweise abzutragen, verfallene umzubauen, neuePlätze anzulegen, die vorhandenen zu erweitern und regelmäßigzu machen.

Über die Ausführung des Ganzen sollte der Kardinal Estoute-ville wachen. Der Papst selbst überzeugte sich regelmäßig, obseine Maßregeln befolgt würden.

Die bauliche Umwandlung war nunmehr eine so durch-greifende, daß ein Zeitgenosse schreibt, man glaube jetzt eineganz andere Stadt zu sehen.

In der Leostadt legte Sixtus eine große, ursprünglich seinenNamen tragende Straße an, die sich von den Gräben des Kastellsbis zum großen Tor des päpstlichen Palastes erstreckte (heuteBorgo S. Angelo). Hierdurch kam zu den beiden älteren Stra-ßen der Via de Cavalli, welche im wesentlichen die Richtungdes heutigen Borgo S. Spirito verfolgte, und der Via Santa, heuteBorgo Vecchio, eine dritte hinzu.

Von großer Bedeutung für den Stadtteil am rechten Tiber-ufer war die Errichtung jener festen, einfachen Brücke, die noch