Erdkreises ist und die durch St. Petri Stuhl vor allen andern denVorrang behauptet. In Erwägung nun, daß durch die Nach-lässigkeit derer, denen es obgelegen wäre, für die Herstellungder Straßen zu sorgen, vielerorts die Verkehrswege unsauberund häßlich, befehlen Wir dir, daß du in der Folge dein ganzbesonderes Augenmerk der Wiederherstellung der Straßen zu-wendest.“ Gleich im Jahre 1474 begann die Pflasterung derStraßen von der Engelsbrücke bis zum Vatikan ; dann wurdendie andern wichtigen Verkehrswege mit Quadersteinen belegtund der Weg von Monte Mario nach dem Borgo wiederher-gestellt; auch die Mauern und Tore der Stadt wurden einerRestauration unterzogen.
Zu Beginn des Jubeljahres erschien die Bulle, welche alsleitenden Gedanken die Erneuerung Roms verkündete. Die-selbe begann: „Wenn es unsere Pflicht ist, sämtlichen Städtendes Kirchenstaates unsere Sorgfalt zuzuwenden, so gilt dies vor-züglich von unserer durch das Blut der Apostelfürsten Petrusund Paulus geweihten Hauptstadt. Verdient sie doch als diePriesterstadt und als unsere besonders geliebte Tochter vor allenandern der Vorzug. Leider hat sie infolge von Unglücksfällenmancherlei Art Bewohner und Gebäude eingebüßt. Es ist des-halb unser Wunsch, daß ihre Seelenzahl gehoben und ihre Bau-werke schön und würdig wiederhergestellt werden, überhauptfür ihre Bedürfnisse mit den rechten Mitteln gesorgt werde.Allen, welche hierzu beitragen wollen, werden beträchtlicheVorteile in den Besitzverhältnissen zugesichert.“
Die Durchführung dieser Baureform stieß auf große tech-nische Schwierigkeiten und auf den Widerstand der Römer,namentlich der Barone.
Die Stadt war immer noch „eine planlose Anhäufung vonengen, krummen und schmutzigen Gassen, ohne Rücksicht aufdie gewöhnlichsten Bedürfnisse einer großen Stadt.“
Viele Straßen waren durch vorgebaute Portiken, Buden,Baikone dermaßen eingeengt, daß der Durchgang durch die-selben oft lebensgefährlich war, auch abgesehen von dem außer-