Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Wende vom Mittelalter zur Neuzeit

Botschafter dar, überreichte die Briefe des Sultans und bat umdie Erlaubnis, den Prinzen Djem besuchen zu dürfen.

Ferrante war auch mit Mailand in nahe Verbindung getre-ten. Im Jahre 1489 hatte sich Isabella, die Tochter Alfonsosvon Calabrien, mit dem jungen Herzog Gian Galeazzo vermählt.Um Innocenz von der französischen Politik abzuwenden, wil-ligte Ferrante in die Vermählung einer Enkelin des Papstes mitseinem eigenen Enkel Don Luigi von Aragon, Marchese vonGerace, und deshalb hatte er den Prinzen von Capua nach Rom geschickt. Das Hochzeitsfest wurde im Vatikan öffentlich ge-feiert. Kardinäle, Prinzen, Barone, vierzig edle Damen warendie Trauungszeugen in dem schön geschmückten Saal, wo derPapst auf dem Thronstuhle saß. Man sah unter den EdelfrauenTeodorina, seine Tochter, Peretta del Caretto, seine Enkelin,Maddalena Medici , seine Schwiegertochter. Der Erzbischof vonRagusa kniete vor dem Papste nieder und hielt eine Rede überdas Sakrament der Ehe.

Am 4. Juni 1492 empfing der Prinz von Capua die neapo-litanische Investitur für seinen Vater Alfonso von Calabrien,worauf er Rom verließ.

Am 25. Juli 1492 verschied Innocenz VIII., 60 Jahre alt.

Gregorovius hat diesem Papst folgenden Nekrolog ge-widmet:

Während seiner Regierung ging er kraft- und geistlos aufden hergebrachten Wegen der Kurie fort. Der Mißbrauch desÄmterverkaufs nahm unter ihm unglaubliche Verhältnisse an.Er überbot in dieser Finanzspekulation noch Sixtus IV. Einhabgieriges Nepotenwesen ohne jede Spur von Größe, ohnejeden politischen Gedanken, nur auf gemeinen Gewinn gerich-tet, erniedrigte die Regierung Innocenz VIII.