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Der Papst tat am 22. Mai 1499 den Kardinalen kund, daßdie Ehe Cesares mit der Prinzessin d’Albret verwirklicht sei.
Zum Zeichen der Freude ward Rom beleuchtet.
XVI,
Es begann nun die fürstliche Laufbahn Cesares, „dasschrecklichste Drama aus den Annalen des weltlichen Papst-tums“. (F. Gregorovius.)
Dem Herzog von Valence versprach Ludwig XII . "Waffenzur Eroberung der Romagna, sobald er selbst Mailand besitze.Unter dieser Bedingung trat Alexander der Liga bei, welcheder König am 15. April 1499 mit Venedig geschlossen hatte.
Ludwig rüstete zu Land und zur See, seine Rechte aufMailand und Neapel zurückfordernd. Die einen beanspruchteer als Erbe der Anjou, die anderen als Enkel der Valentina Vis-conti .
Am 6 . Oktober 1499 zog Ludwig XII. unter dem Jubel desVolks als Herzog in Mailand ein. Es begleiteten ihn auf diesemTriumphzuge als nunmehrige Vasallen die Fürsten von Savoyen,Montferrat, Ferrara, Mantua, ferner die Gesandten Venedigsund auch Genuas, das sich eilig darbot, ferner Cesare Borgia, welcher den Fahnen des Königs „als raubgieriger Geier“ folgte,und der Kardinal Julian della Rovere, als willfähriger Ge-nosse des Eroberers Italiens.
Der Papst erklärte, unter dem Vorwände nicht gezahltenZinses, die Vasallen der Kirche in der Romagna und in derMark ihrer Lehen für verlustig.
Diese Länder, nach denen schon Girolamo Riario gestrebthatte, sollten das Reich Cesares bilden.
Es war die alte Idee des Königreichs Adria aus der Zeit desgroßen Schismas, welche jetzt der Sohn des Papstes durchführenwollte.
In den Städten dort saßen Feudaldynasten: Die Malatesta,die Manfredi und Montefeltre, die Sforza, Varani und Benti-
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