Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Wende vom Mittelalter zur Neuzeit

Am 17. August 1498 erhielt Cesare mit Zustimmung allerKardinäle Dispens zum Ausscheiden aus dem Klerikat und zumVerzicht auf den Kardinalshut.

An demselben 17. August traf der Abgesandte des fran-zösischen Königs, Louis de Villeneuve, in Rom ein, mit demAuftrag, Cesare nach Frankreich zu begleiten.

Die Vorbereitungen für diese Reise waren so ausgedehnt,daß die Abreise erst am 1. Oktober erfolgte.

Einige Tage vorher richtete Alexander VI. eigenhändig einBreve an Ludwig XII. , in dem er Cesar als das Teuerste, was erauf Erden besitze, empfahl.

Am x. Oktober 1498 reiste Cesare zur See nach Frankreich ab, mit königlicher Pracht.

Vom Vatikan ritt er ab auf einem herrlichen Pferde, einschwarzes Federbarett auf dem Haupt, in einem Gewände vonweißem Damast mit goldener Verbrämung, darüber einenMantel von schwarzem Samt, ganz nach französischer Mode.

Der Chronist berichtet:Der Papst sah ihm aus dem Fen-ster nach. Vier Kardinäle begleiteten ihn. Doch nicht durchRom, sondern durch Trastevere bewegte sich der Reisezug.Hunderte von Maultieren trugen seine Schätze, das zusammen-geraffte Gut des Kirchenstaates und der Christenheit, 200 000Dukaten bares Geld und Ausrüstungsprunk. Seine Pferde hattenHufeisen von Silber.

Dem König Ludwig lag viel daran, den Papst zu gewinnen,und dies gelang ihm um den ausbedungenen Preis der ErhöhungCesares.

Der ehemalige Kardinal von Valencia wurde zum Herzogvon Valence mit entsprechender Rente ernannt.

Ludwig bot Cesare die Hand einer Prinzessin aus franzö-sischem Königsstamme an, Charlotte dAlbret, Schwester desJean dAlbret, Gemahls der Catarina von Navarra und dadurchKönig dieses Landes.