Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Fünfundzwanzigstes Buch.

Rom von 1492 bis 1592.

Kapitel I.

Das Papsttum und die Stadt Rom von 1492 bis 1513.

i.

hne Zweifel war Alexander VI. geneigt, den Wunschseines Sohnes Cesare zu erfüllen, König der Ro-magna zu werden. Cesare hatte ebenso zweifellosdie Absicht, im Fall eines plötzlichen Todes seinesVaters die Königskrone der Romagna auf sein Haupt zu setzen,wozu ihm die Durchsetzung einer Papstwahl nach seinem Willenverhelfen sollte. Dies wäre ihm gewiß gelungen, wenn Cesarenicht beim Tode des Papstes schwer krank im Vatikan gelegenhätte. Dies aber gab den Dingen eine Wendung nach der ent-gegengesetzten Seite und führte zu Cesares Untergang sowie zurAufrichtung des erweiterten Kirchenstaates unter der pontifi-kalen Regierung des Giuliano della Rovere, als Papst Julius II. (1503 iji 3 ).

Cesare selbst hat zu dem ihm befreundeten Nicolö Mac-chiavelli gesagt:Ich hatte für den Fall des Todes meines Vatersan alles gedacht und für alles Abhilfe ersonnen, nur das eine warmir nicht in den Sinn gekommen, daß ich zu gleicher Zeit selbstmit dem Tode kämpfen würde, wie Macchiavelli wörtlich be-richtet hat (Principe cap. VII).

Aber der schwerkranke (man konnte denken: sterbende)Herzog wußte sich durch einen Henkersknecht, Micheletto Co-reglia, bevor der Tod Alexanders kund getan wurde, des päpst-lichen Schutzes zu versichern, indem Micheletto von dem Kar-