Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von 1492 bis 1513

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gestellt und vom Papste selbst gerichtet, worauf die Einweihungerfolgte *).

Acht Jahre lang baute Bramante , während die alte Kircheteilweise abgetragen wurde.

In ihrer leidenschaftlichen Hast zeigten Papst und Bau-meister so wenig Pietät für die Vergangenheit, daß sie die Denk-mäler, Mosaiken, die antiken Säulen des alten Doms meist zu-grunde gehen ließen. Voll Entrüstung sprach sich Michelangelo gegen diesen Vandalismus Bramantes aus. Selbst schöne Grab-mäler aus der Zeit Minos , selbst das Monument des Vaters derRenaissance-Kultur, Nicolaus V., wurden in Stücke gebrochen.

Bramante führte die vier Pfeilerkolosse der Kuppel auf,deren jeder zur Umschreitung mehr als ioo Schritte erfordert.Außerdem stellte er die zum Tragen der Kuppel sich wölbendenBogen (Tribünen) her. Dies war alles, was er und Julius II. vomNeubau erlebten. Der große Baumeister starb am ii. März1514. Er fand sein Grab in den Grotten des von ihm gegründe-ten Doms.

Nach Bramantes Tode leiteten den Bau des neuen St. Peter: Giuliano di Sangallo, Fra Giocondo von Verona und Raffael, erst gemeinschaftlich, dann letzterer seit 1518 allein.

VII!.

Als durchaus dem Kunstleben im Sinn Julius II. entspre-chenden Bildhauer wirkte in Rom von 15041527 Andrea San-sovino. Derselbe erhielt vom Papst den Auftrag, in der Lieb-lingskirche der Rovere, S. Maria del Popolo, den KardinälenAscanio Sforza und Girolamo Basso della Rovere zwei große

!f ) Die Inschrift auf dem Grundstein lautete nach dem Bericht des Chro-nisten Johannes Burchardus:Julius II. P. M. hanc basilicam fere collabentemreparavit A. D. 1506 pontif. sui anno 3. An den englischen König hatte derPapst am 6 . Januar 1506 geschrieben:Wir haben beschlossen, mit Gottes Hilfedie alte und fast zusammengefallene Basilika des Apostelfürsten Petrus zu Rom von den Fundamenten aus neu zu erbauen und mit Kapellen und sonstigen not-wendigen Anbauten zu schmücken.