Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Rom von 1492 bis 1592

Bramante begründete in Rom eine neue Epoche des archi-tektonischen Stils durch die Anwendung der von ihmgefun-denen Gesetze des Altertums. Seine Bauten tragen den Charak-ter edlen Ebenmaßes, einfacher Schönheit undklassischerGrazie.

Papst Alexander VI. hatte Bramante kaum beschäftigt.Aber dessen Kardinale Caraffa, Castellisi und Riario übertrugenihm die Ausführung ihrer Paläste und Kirchen.

Der Bau der Cancelleria , der Kirche S. Lorenzo in Damaso,des Palastes Casellisi zog sich noch in die Regierung Julius II. hinüber, und auch der Klosterhof der S. Maria della Pace, wel-chen Carraffa dem Bramante übertragen hatte, wurde erst imJahr 1504 vollendet.

Julius II. beauftragte Bramante im Jahre 1504 damit, fürden Neubau des S. Peter einen Plan in klassischem Stil vorzu-legen.

Bramante legte den Plan vor:ein griechisches Kreuz, mitmächtigen Tribünen an den Enden der Arme, mit einer maje-stätischen Kuppel über der Mitte, zwischen zwei Glocken-türmen; die Vorhalle einfach und würdevoll, ruhend auf sechsSäulen.

Am Sonnabend, den 18. April 1506 wurde der Grundsteingelegt. Der Papst ging in Prozession vom Hauptaltar der altenKirche durch die Kapelle der Petronilla zu dem Eingang in die25 Fuß tiefe Grube des Fundaments, wo der tatkräftige, obwohlgichtkranke Herrscher auf einer langen Leiter herabklomm.

Nur zwei Kardinaldiakonen, die Maurer und wenige anderePersonen begleiteten ihn. Der Goldschmied Caradosso brachtein einer irdenen Vase zwölf neugeprägte Medaillen, zwei großevon Gold, die andern von Erz mit bezüglichen Inschriften zurEinsenkung mit dem Grundstein. Der Grundstein aus weißemMarmor, drei Finger dick, wurde an die Mauer des Fundaments