Von 1492 bis 1513
1247
Sangallo, dessen Familie Ende Oktober ijoj nach Rom übersiedelte, erscheint in der ersten Regierungszeit Julius’ II. alsder Hauptberater des Papstes in künstlerischen Dingen.
Er war es, der im Frühjahr 1505 die Berufung der glänzend-sten Vertreter der Bildhauerkunst in der Renaissanceepoche An-drea Sansovinos (seit 1504 in Rom) und Michelangelos beimPapst vermittelte. Sangallo ging aber dann bald nach Florenz .Wie der Kunsthistoriker Giorgio Vasari (1511—1574) berichtet,hätte Sangallo sich mit Julius II. wegen des Neubaues von S.Peter überworfen, den Sangallo angeregt hatte, welchen derPapst aber dem Donato Bramante (1444—1514) übertrug. San-gallo kam erst im Jahr 15x2 nach Rom zurück.
VH.
Seit dem Jahr 1499 war Donato Bramante in Rom tätig.
Es ist eines von den größten Verdiensten Julius’ II. , daß erdiesem „genialsten Architekten seiner Zeit“ Gelegenheit gab,seine ganze gewaltige Kraft zu entfalten. Er gab ihm in Rom die Stellung eines „Ministers der öffentlichen Arbeiten und schö-nen Künste“.
Eine geistige Wahlverwandtschaft, die schon den Zeit-genossen auffiel, verband ihn mit Julius II . Dieser wies ihmwie dem berühmten Goldschmied Caradosso Wohnung im Bel-vedere an, und honorierte seine Tätigkeit reichlich.
Auf allen Reisen befand sich Bramante in der Begleitungdes Papstes. Es fielen ihm zunächst die Festungsanlagen desPapstes zu, bald aber vor allem der Neubau des Vatikans undderjenige der Peterskirche.
Bramante, im Jahre 1444 zu Kastell Durante im HerzogtumUrbino geboren, hatte seine Laufbahn in der Romagna be-gonnen und in Mailand fortgesetzt, wo er für Ludovico Sforza mehrere kirchliche Bauten ausführte. Der Fall der Sforza triebihn nach Rom . Hier studierte er die Baudenkmäler und nahmPläne davon auf, sowohl in der Stadt als in der Villa Hadriansbei Tivoli, wo man damals die ersten Ausgrabungen machte.