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Die Kunstförderung, welche die Stadt Rom den Päpstendes 15. Jahrhunderts zu danken hat, obwohl sie quantitativ nichtgeringer ist als diejenige des großen Julius II. , wurde durch die-sen dadurch übertroffen, daß er nicht nur Maezen zugewander-ter Künstler und Bauherr großer Monumente war, sondern daßer die Stadt Rom zur künstlerischen Metropole der Welt machte,und die Künstler insbesondere Italiens , und das KünstlerlebenItaliens in Rom konzentrierte.
Trotzdem ging die Kunstgeschichte Italiens keineswegs inder Kunstgeschichte der Statdt Rom auf, und der Historiographder Stadt muß sich des Versuches enthalten, die italienischeKunstgeschichte in seinen Rahmen aufzunehmen, deren Kennt-nis er vielmehr bei dem Leser voraussetzt.
Was aber im folgenden gegeben werden muß, sind Regestender Beziehungen Julius’ II. zu den Künstlern in Rom und überderen (nur zum kleinen Teil unter Julius vollendeten) Kunst-schöpfungen.
Aus dem Reichtum der Beziehungen, welche in der PersonJulius ’ II. sich vereinigten, ergibt sich von selbst, daß diese Regi-strierung sachlich auf Schritt und Tritt Rückblicke und zeitlicheAntizipationen verlangt.
VI.
Von allen Künstlern hatte dem Giuliano della Rovere alsKardinal keiner näher gestanden, als der Florentiner GiambertiGiuliano, genannt Sangallo („da Sangallo“, oder auch „S. Gallo“oder „Da S. Gallo“ geschrieben) (1445— iji6). Sangallo warseinem Gönner in die freiwillige Verbannung zur Zeit Alex-anders VI. gefolgt, und kam nach der Erhebung seinesGönners auf den päpstlichen Thron nach Rom, um Julius II. anseine alten Verbindungen mit ihm zu erinnern und ihm seineDienste anzubieten. Der Papst übertrug ihm einige Restaura-tionsarbeiten an der Engelsburg , die in Anbetracht der unruhi-gen Zeiten als das notwendigste erschienen.