Von 1513 bis 1521
1261
Feststraßen Altäre errichtet, neben denen Kleriker standen,singend und Weihrauchfässer schwingend. Aber nicht alles trugdiesen geistlichen Charakter. Schon in der Via Alessandrinabegannen die weltlichen Triumphbogen. Besonders glänzendwar derjenige an der Engelsbrücke, welchen der Kastellan Raf-fael Petrucci, Bischof von Grosseto , errichtet hatte, ein zweitervor dem Hause Agostino Chigis, ferner jene des Meisters derMünze, Johannes Zink, in der Nähe von Campo de’ Fiori , die anden Häusern der genueser Wechsler, und an dem Palast derCancelleria , und weiterhin jene vor den Wohnungen des Kam-merklerikers Ferdinando Ponzetti, des Bischofs von Mileto ,nachmaligen Kardinals Andrea della Valle , des edlen Evangelistade Rossi, der eine Menge antiker Bildwerke ausgestellt hatte.
Überall war das mediceische Wappen mit geeigneten Emble-men angebracht. Alle Häuser und die Engelsbrücke waren mitseidenen und anderen Teppichen geschmückt, die Straßen mitLaub und Blumen bedeckt. An den Fenstern sah man kostbaresSilbergerät, Bilder und andere Kunstwerke ausgestellt. Laub-gewinde zogen sich quer über den Weg.
Vom Kastell donnerte das Geschütz.
Die Cavalcade ordnete sich auf dem Petersplatz, nach denVorschriften des Zeremonienmeisters Paride de Grassi, der mitdem Papste selbst die Sachen besprochen hatte. Den Zug er-öffneten zweihundert Mann leichte Reiterei, mit Lanzen undFähnlein, die Dienerschaft der Kardinäle mit ihren Mantelsäcken,auf denen ihre Wappen gestickt waren, des Papstes Barbier undSchneider, mit deren geringerer Dienerschaft, die päpstlichenKämmerer der unteren Grade, der kleinere römische Adel, dieAngehörigen der Kardinäle. Eine Menge angesehener florenti-ner Handelsleute schloß sich an: die Altoviti, Gaddi, Del Bene,Giuducci, Deila Casa, alle in reichen Anzügen von rotem Tuchund Samt, mit Reitknechten, die ihre Devisen trugen.
Eine Schar von Musikern trug die päpstliche Livree, weiß,rot und grün, auf der Brust in Gold und Seide gestickt diemediceische Devise, den Ring mit der Demantspitze und dreiFedern, mit dem Worte „Semper“. Auf weißen Zeltern mit