Von 1513 bis 1521
1273
berg, Dr. Martin Luther die Kampfrede hielt, welche zu seinerÄchtung führte.
An demselben 8. Mai i 521, von welchem die AchterklärungLuthers datiert war, wurde zu Rom zwischen Papst Leo X. undKaiser Karl V. ein Bündnisvertrag geschlossen, welcher folgendeArtikel enthielt:
„Mailand und Genua sollen Frankreich entrissen und ihrerlegitimen Regierung wiedergegeben werden, unter der Ober-hoheit Karls, ihres „wahren Fürsten.“ In Mailand wird Fran-cesco Maria Sforza als Herzog eingesetzt, in Genua als DogeAntoniotto Adorno. Zehntausend Schweizer werden um200 ooo Dukaten gesoldet, wovon der Papst die Hälfte zahlt.Nach der Vertreibung der Franzosen verspricht Karl, Parma und Piacenza der Kirche zu geben, auch Ferrara ihr erobern zuhelfen. Er nimmt Florenz und die Medici in seinen Schutz; erverspricht alle Bedränger des katholischen Glaubens und heili-gen Stuhls mit ganzer Macht zu verfolgen. Dagegen gelobt derPapst, Karl mit Neapel zu belehnen, ihn zur Kaiserkrönung auf-zunehmen, und im Krieg gegen Venedig zu unterstützen. DenSchweizern, wie dem König von England , soll eine Stelle indieser Liga offen bleiben.“
Der Abschluß dieses Vertrages war das Werk des KardinalsJulius Medici; der Kaiser versprach ihm als Lohn das Protekto-rat Spaniens , ein Bistum und ein Gehalt von io ooo Dukaten.
Die Schweizer bewilligten dem Papst, welcher ihnen einenTribut von 35 ooo Dukaten zahlte, einige tausend Soldknechte.
Der Krieg wurde in Spanien und in Italien durch die Fran-zosen begonnen, in Italien mit unzulänglicher Truppenmacht.
Die Schweizertruppen, 10 ooo Mann, vertrieben den fran-zösischen Befehlshaber Lautrec am 19 . November 1521 aus Mai-land.
Leo X. erhielt die Botschaft am 24. November in seinerVilla Magliana. Am folgenden Tage kehrte Leo in die Stadt zu-rück, um den von ihm kaum noch erhofften Sieg würdig zufeiern. Das Volk strömte ihm mit Ölzweigen in den Händen
81