Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Rom von 1492 bis 1592

mahl die Zeit der Hochrenaissance in ihrer idealsten Gestalt ein-geleitet hatte. Leonardo da Vinci war mit einigen seiner Schü-ler im Gefolge des Giuliano de 5 Medici im Herbst 1513 in Rom erschienen. Der Papst zeichnete ihn durch Anweisung einerWohnung im Belvedere in hervorragender Weise aus. Allein,abgesehen von zwei für Baldassar Turini bestimmten Bildern,hat Leonardo keine Spur in Rom hinter lassen. Bis 15x4 stander in Diensten des Giuliano de Medici. Am 24. September 1514reiste er von Rom nach Mailand ab. Zu Ende des Jahres 1516trat er in die Dienste Franz I.

Im Jahre 1514 kam Fra Bartolomeo, durch den Ruf derWerke Raffaels und Michelangelos angezogen, nach Rom, woer bei Fra Mariano gastliche Aufnahme fand. Für denselbenbegann er die Bilder der Apostelfürsten, kehrte aber nach eini-gen Monaten wieder nach Florenz zurück. In demselben Jahreerschien auch Sodoma in Rom, wo er für Agostino Chigi imersten Stockwerke der Farnesina dieHochzeit Alexanders mitRoxane und dieFamilie des Darius vor Alexander ausführte.Chigi empfahl den Künstler dem Papste. Diesem überreichteSodoma denTod der Lucrezia, ein Gemälde, welches neueForscher im Museum zu Turin, andere in demjenigen zu Han-nover haben wiederfinden wollen. Leo X. verlieh ihm daraufzum Danke den Rittertitel. Aber eine Beschäftigung in päpst-lichen Diensten fand Sodoma ebensowenig wie Signorelli, dergleichfalls damals in Rom ohne Erfolg sein Glück versuchte.Auch Sebastiano del Piombo, dem begeisterten Verehrer Michel-angelos, gelang es nicht, von Leo X. einen Auftrag zu erhalten.

XII.

Leo X. fand bei seiner Thronbesteigung als große architek-tonische Aufgaben, welche Julius II. ihm hinterlassen hatte, denNeubau der Peterskirche und des Vatikans vor. Er verzichtetevon vornherein auf die Fortführung des großartigen JulianischenPalastes und der nicht minder gewaltigen Hofanlage Bramantesim Vatikan.

Die Fortsetzung des Neubaues von S. Peter war schondurch den Zustand der alten Basilika unbedingt geboten. Bra-