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Noch vor Ablauf der im Vertrage vom 21. September 1526festgesetzten viermonatlichen "Waffenruhe eröffneten die Päpst-lichen den Kampf gegen die Colonna.
Vitello Vitelli führte die päpstlichen Truppen, die unterschrecklichen Verwüstungen siegreich vordrangen. Marino,Montefortino, Gallicano, Zagarola und andere Orte wurdenerobert und teilweise zerstört. Nur Palliano und Rocca di Papawiderstanden allen Angriffen.
Zu der Vorgeschichte des Oberfalls der Colonna vom Sep-tember 1526 ist noch folgendes zu bemerken: Am n. Juni 1526hatte der Kaiser seinen Botschafter Sessa in Rom angewiesen,falls Clemens sich nicht willfährig erweise, ihn vermittels derColonna aus Rom zu vertreiben und den Kirchenstaat zu revo-lutionieren. Sessa hatte bereits am xo. Mai 1526 geraten, „ent-weder durch Konzessionen die Freundschaft der Päpstlichen zugewinnen, oder ihnen die Federn so auszurupfen, daß sie nichtmehr fliegen könnten.“
1.
as Ungemach, welches der Stadt Rom durch die Co-lonna am 20. September 1526 zugefügt war, erfülltenoch alle Gemüter, als im Mai 1527 ein neues, weitschwereres Unglück über die Stadt hereinbrach,nämlich die unter dem Namen „Sacco di Roma “ bekannteKatastrophe.
Das Verderben drang gegen den Papst und gegen Rom vonNorden her herein, und zwar in Gestalt der beiden Landsknecht-heere, welche unter Führung Georgs von Frundsberg (1473 bis1528) aus Tirol, und unter dem Connetable von Bourbon (Char-les de Bourbon 1490—1327) aus Mailand auf Rom zogen, ins-gesamt über 30 000 Mann.