Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Von 1521 bis 1527

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Der Papst hatte einen Augenblick an Verteidigung gedacht.Da jedoch die Engelsburg in keiner Hinsicht verteidigungsfähigwar, so knüpfte er noch selbigen Tages, durch den portugiesi-schen Gesandten, Verhandlungen mit Moncada an. Letztererbegab sich, sehr zum Verdruß der Colonna, welche die Engels-burg zu belagern gedachten, persönlich zum Papst, übergabdemselben den geraubten silbernen Krummstab und die Tiara,und versicherte, Karl V. habe niemals nach der Herrschaft überItalien gestrebt. Aber die Verhandlungen führten zu keinemErgebnis. Am folgenden Morgen kam Moncada von neuemin die Engelsburg und hatte eine lange Unterredung mit demPapste, während deren die Kardinäle in einem benachbartenGemache warteten.

Jetzt wurde (21. September 1526) eine förmliche Verein-barung getroffen:Viermonatlicher Waffenstillstand, der Papstzieht seine Truppen und seine Flotte zurück. Die Colonna undihre Anhänger erhalten volle Verzeihung. Die colonnesischenTruppen gehen mit Moncada nach Neapel . Zur Sicherstellungsollen Filippo de Strozzi, der Gemahl der Clarice de Medici ,und ein Sohn des Jacopo Salviati als Geiseln an Moncada über-geben werden.

Am 22. September 1526 zog das colonnesische Kriegsvolkin großer Unordnung, mit seiner Beute beladen, nach Grotta-ferrata ab.

Der Papst widmete sich alsbald der naheliegenden Er-wägung von Maßregeln, welche die Wiederholung eines Über-falls der Colonna verhinderten. Es schien dies um so nötiger,als die Colonna Anfang Oktober von neuem rüsteten, und dieFreunde derselben ungescheut in der Campagna plünderten.

Eine Kardinalskommission machte Vorschläge zur Be-schaffung der erforderlichen Geldmittel: der römische und dertoskanische Klerus sollten beisteuern. Dann wurde die Stadt be-festigt und eiligst mit Truppen besetzt. Am 13. Oktober waren7000 Mann dort zusammengezogen.

Neomario, Geschichte der Stadt Rom II.

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