Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Rom von 1492 bis 1592

Gleichwohl stieg der Schrecken in Rom mit jeder Stunde.Um die Entvölkerung der Stadt durch Flucht und die Entmuti-gung der Bürger zu verhindern, wurde am 3. Mai ausgerufen,daß niemand die Stadt verlassen dürfe, bei Strafe des Verlustesseines Vermögens. Nicht einmal denen, welche, wie die Floren-tinischen Kaufleute, ihre Habe auf dem Tiber einschiffen woll-ten, ward dies erlaubt.

Am Abend des 4. Mai erschien ein Trompeter Bourbonsvor dem Tor, an Renzo als den Befehlshaber Roms abgeschickt,um freien Durchzug und Verpflegung für des Kaisers Heer zufordern. Man wies ihn mit Hohn zurück.

III.

Die Armee Bourbons stand vor den Mauern Roms . VonIsola war sie über den Monte Mario und dann zum Janiculusgezogen, wo der Connetable am Sonntag nachmittag des j. Maiim Kloster S. Onofrio sein Hauptquartier aufschlug. EinigeHeerhaufen lagerten bei S. Pancracio, andere bewachten unterOranien Ponte Molle und das neronische Feld. Noch am Abendwollte der Connetable die Leonina stürmen. Doch die Er-mattung der Truppen war zu groß. Der Kriegsrat versammeltesich in der Kirche S. Onofrio. Hier beschloß man, den Sturmauf den andern Morgen zu verschieben.

Um Mitternacht ließ der Herzog von Bourbon die Trom-meln schlagen. Die Kompagnien sammelten sich.

Der Herzog selbst beichtete seinem Beichtvater, MichaelFortin, und übergab ihm für den Fall seines Todes ein Schrift-stück mit seinem letzten "Willen an den Kaiser.

In der Morgendämmerung des Montags, am 6 . Mai, gab mandas Zeichen zum Vorgehen.

Der Sturm sollte hauptsächlich an zwei Stellen geschehen:die Landsknechte, 35 Fähnlein stark, deren Haupt jetzt Konradvon Bemelberg, FrundsbergsLocotenent , war, sollten diePorta del Torrione am Campo Santo anlaufen, die Spanier und