Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
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Sacco di Roma 1311

Italiener die Porta Pertusa stürmen, wo die Mauern morsch undniedrig waren. *)

Den Brückenturm von Ponte Molle beobachtete SciarraColonna , als ob er dort eindringen wolle. Ein anderer Kriegs-haufen bedrohte scheinbar S. Paul.

Ohne Geschütz, ohne Leitern (es sei denn solche, die manaus Pfählen der Weinberge in Eile gemacht hatte), mit denSpießen in der Hand, bestürmten die Kaiserlichen die Mauernder Leostadt.

Ein dichter Morgennebel, wie er im Mai oft aus dem Tiber auf steigt und am Vatican hinzieht, bedeckte die Wälle, sodaßdie Geschütze von dort und von der Engelsburg nur ins Blindehineinfeuerten.

Die ersten verlorenen Fähnlein wurden abgeschlagen, 6Banner sogar von den Römern aufgehoben.

Die Spanier zogen sich nun gegen den Campo Santo, dieDeutschen gegen S. Spirito. Der Nebel nahm immer mehr zu.Die Spanier schossen aus Irrtum auf die Deutschen. Wer Lei-tern ansetzte, wurde herabgestürzt.

Der Connetable in silbergesticktem Waffenrock, hoch zuRoß, sprengte hin und her, das Kriegsvolk vorwärts treibend.Als er Spanier wie Deutsche abprallen sah, stieg er vom Pferd,ergriff eine improvisierte Leiter, legte sie an die Mauer beimCampo Santo an, setzte den Fuß darauf und winkte anfeuernclmit der Hand. Da traf ihn eine Kugel in den Unterleib. Erfiel mit dem Ruf:Ha notre Dame, je suis mort. Einer seinerLeute fing ihn in seinen Armen auf und ließ ihn auf die Erdeniedergleiten. Der Prinz von Oranien bedeckte den tödlichVerwundeten mit einem Mantel. Man trug ihn sterbend in einenahe gelegene Kapelle.

Gegen 6 Uhr hatte der Nebel sich so verdichtet, daß mankaum seinen Nachbarn erkennen konnte. Um diese Stunde

!f ) Die Porta del Torrione ist die heutige Porta CavaUeggeri, die PortaPertusa lag westlich hinter dem Vatikan.