Sacco di Roma
1315
„Im Jahre 1527, den 6 . Mai, haben wir Rom mit Sturm ge-nommen, ob sechstausend Mann darin zu Tod geschlagen, dieganze Stadt geplündert, in allen Kirchen und ob der Erd ge-nommen, was wir gefunden, ein guten Teil der Stadt abgebranntund seltsam hausgehalten, alle Copistereien, Register, Briefe undCartisanei zerrissen, zerschlagen.“
Das regelmäßige Verfahren bei der Plünderung war fol-gendes.
Zunächst schleppten die Kriegsknechte aus den Häusernund Palästen alle Wertgegenstände fort, dann legten sie denberaubten Besitzern, Männern wie Frauen und Kindern, selbstder Dienerschaft die Zahlung eines Lösegeldes auf. Wer diesesnicht geben konnte, wurde in grausamer Weise zuerst gefol-tert und dann ermordet. Aber auch die erste Entrichtung einesLösegeldes half den unglücklichen Opfern nichts. Sie führtezu neuer Brandschatzung und neuer Peinigung. War das Hausgänzlich ausgeplündert, so wurde gewohnheitsmäßig die Brand-fackel hineingeworfen.
Volle 8 Tage dauerte nach der niedrigsten Angabe das un-eingeschränkte Rauben und Morden.
Nach den ersten drei Tagen erließ der Prinz Philibert vonOranien (Orange), welcher die Nachfolgerschaft Frundsbergsund des Connetable auf seine Person geeinigt hatte, das Verbot,ferner zu plündern. Alle Truppen sollten sich nach dem Borgound Trastevere zurückziehen. Doch niemand gehorchte ihm.Man fuhr fort, Gefangene fortzuschleppen. „Man plündertealle Häuser bis auf die ärmlichste Wohnung des Wasserträgers.“Trotzdem kam Landvolk von den Gütern der Colonna in dieStadt, um dort auf den Spuren der Kriegsknechte seine Aehren- lese zu halten. Ja, Pierluigi Farnese, ein Epigone des Cesar Bor-gia, welcher sich der kaiserlichen Partei aus Raublust ange-schlossen hatte, griff in Rom besonders gierig zu. Mit einerBeute, die man auf 25 000 Dukaten schätzte, zog er von Rom ins Patrimonium zurück, um in einem Kastell seiner Familiedie Beute zu bergen. Dies freilich gelang dem Räuber nicht.