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Das Volk rannte wie sinnlos vor Schrecken durch die Gas-sen, und die Begüterten suchten ihre Habe in Häusern von kai-serlich Gesinnten zu verbergen. Nur einige edle und mutigeMänner sammelten ein paar hundert Reiter und beschlossen,den Ponte Sisto zu verteidigen. Aber sie konnten das Vor-dringen der Feinde nicht lange auf halten. Von der Höhe desPalastes der Cancelleria sah Alberini, wie Pierpaolo, GiulioVallati und Giambattista Savelli den Heldentod starben, woraufdie Führer alles verloren gaben und flüchteten.
IV.
Am Morgen des 7. Mai 1527 bot Rom ein Schauspiel dar,von dem der mantuanische Gesandte Francesco Gonzaga schrieb:
„Ueberall die grauenhafteste Verwüstung, überall Raub undMord. Die Luft hallte wider von dem Wehklagen der Weiber,dem Gewimmer der Kinder, dem Gebell der Hunde, dem Wie-hern der Rosse, dem Geklirr der Waffen, dem Krachen dereinstürzenden und brennenden Häuser.“
Der Franzose Grolier, der sich in das Haus eines spanischenBischofs geflüchtet hatte, schildert das Schauspiel, das sich demBlicke von der Plattform seines Asyls auf die durch Brand undMord verheerte Stadt darbot: „Ueberall Geschrei, Waffenge-töse, Geheul von Weibern und Kindern, Knistern von Flammen,Krachen fallender Dächer. So starrten wir vor Furcht undlauschten, als wären wir allein vom Schicksal aufbewahrt, denUntergang des Vaterlandes zu schauen.“
Die Straßen waren vielerorts mit Toten förmlich bedeckt,darunter zahlreiche Kinder unter zehn Jahren, welche dieKriegsknechte zu den Fenstern hinausgeschleudert hatten.
Vielleicht das stärkste Zeugnis für die Unmenschlichkeit,mit welcher die Landsknechte vorgingen, ist eine trockene No-tiz, die der deutsche Landsknechtshauptmann Ritter Schertlinvon Burtenbach in seiner Lebensbeschreibung (Frankfurt undLeipzig 1773) tagebuchmäßig niederschrieb: