Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Sacco di Roma

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reit, treu zum Kaiser zu stehen, in dem Vertrauen, daß er dasAnsehen des Papsttums wieder hersteilen werde.

XI.

Am 17. Februar 1528 sammelte Oranien in Rom die zu-sammengeschmolzenen Reste der kaiserlichen Truppen. EineMusterung ergab nur ijoo Reiter, 4000 Spanier, 2000 Italienerzu Fuß, 5000 Landsknechte.

Am 17. Februar 1528 brach dieses nach neunmonatigerPlünderung Roms noch immer furchtbare Kriegsvolk auf derStraße nach Neapel auf, um dort in bevorstehenden Kämpfen dieMacht des Kaisers zu stützen.

Kaum hatten die Kaiserlichen das Tor S. Giovanni ver-lassen, als der Bandenführer Amico von Arsoli, ein Orsini, undder Abt von Farfa, mit aufgerafftem Gesindel in die Stadt ein-brachen. Auch die Trasteveriner, das Volk der Regollo, und dievon Monti rotteten sich zusammen. Diese Banden überfielendie Nachzügler des Heeres, hieben sie nieder oder warfen sie inden Fluß. Sie erwürgten selbst Kranke in den Hospitälern undplünderten, was noch zu plündern war. Alle Häuser der Judenwurden ausgeraubt.

Die abziehende Armee führte die Leiche Bourbons in einembleiernen Sarge mit sich, um sie der Wut der Römer zu ent-ziehen. Aus Rache über den Einfall der Orsini verbrannten dieKaiserlichen auf ihrem Marsch Rocca Priora und Valmontone .In Montefortino ließen sie ihr Geschütz in der VerwahrungGiulios Colonna und zogen dann fort ins Neapolitanische.

Das Schicksal Roms ward nunmehr, während Clemens sichin neutraler Zweideutigkeit und lediglich dem jeweilig stärkerenTeil zugeneigt hielt, ein halbes Jahr lang in Abhängigkeit gestelltvon dem Kriegsglück der französischen Armee, welche EndeJuli 1527 unter dem Befehl des Marschalls Odet de Foix , Herrnvon Lautrec, über die Alpen nach Italien gekommen war unddie Aufgabe hatte, den Besitzstand Frankreichs und seinerBundesgenossen, insbesondere also auch des Papstes und der