Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
1339
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Rückschau und Umschau im Jahre 1534 1339

Fülle neuer Bedürfnisse, neuer Ideen, neuer Möglichkeiten, sowiedas äußerlich zunächst kaum bemerkbare innerliche Abwelkenmittelalterlicher Dickichte von Kultur-Unkraut, wodurch Völ-ker und Menschen in zunächst stummer und innerlicher Zu-sammenfassung für neue große Kämpfe versammelt wurden.

Diese Geschichtslage fordert einen historischen Rückblickund einen Vorblick auf die Entwicklung der Kultur der StadtRom nach ijoo.

II.

Wir beginnen mit dem Bild der Stadt *), gemäß einer Schil-derung des Gregorovius, im Jahr 1500.

Wenn der Pilger des Jubeljahres ijoo so schreibt Grego-rovius einen Flankenturm des Senatspalastes auf dem Kapitolbestieg, um Rom zu betrachten, so sah er zunächst altertüm-liche Glockentürme und Türme der Adelsburgen. Der Blick fieldann auf die Wildnis ringsum, wo einst der Mittelpunkt allerGrößen der Römer gewesen ist. Er sah das von Ziegen umklet-terte Kapitol mit seinen schwarzen Tuffwänden, seinen Gärtenund elenden Häuser klumpen, seinen Trümmern und Tempel-resten. Er betrachtete das von Rindern belebte Forum mitseinen zerstörten Triumphbogen, Tempeltrümmern und ein-zelnen halbverschütteten Säulen. Er sah den verlassenen Pala-tin mit den riesigen von Efeu umschlungenen Mauern des Cä-sarenpalastes, und tiefer die riesigen Mauernruinen des Colos-seum.

In der Stadt zwischen Tiber und Corso stellten sich alsbedeutende Erscheinungen dar: der orsinische Palast auf MonteGiordano, das Pantheon mit seiner flachen Kuppel, dieMi-nerva (Santa Maria sopra Minerva ), der Platz Navona, dieSäule Marc Aurels (ohne Statue auf ihrer Spitze), einzelne meistbetürmte Paläste, die Cancelleria , die Universität, die PalästeBorgia, Massimi, Nardini, Valle, Caffarelli, Cesarini, und, als dergrößte Roms , der Palast von S. Marco.

*) S. F. Gregorovius :Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter. VomV. bis zum XVI. Jahrhundert. 4. Aufl. 7. Bd. Stuttgart 1886. S. 688.

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