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Rechts von S. Marco hatte man vom Kapitol her Durch-blick in der Richtung des heutigen Corso und der heutigenPiazza del Popolo, hinausreichend bis zu der Porta Flaminia inder Aurelianischen Mauer *). In der Nähe des Palastes S. Marcosah man einige Kirchen, Häuser und zertrümmerte Triumph-bogen, darüber hinaus aber bis zum Monte Pincio nur Gärtenund Weinberge mit wenigen Häusern und kleinen Kirchen, inder Ferne (im Bau begriffen): Trinitä dei Monti. Der nach Sü-den gewendete Blick des Beschauers fiel auf das „hinreißendschöne Gemälde des Aventin mit seinen grauen Kirchen, untenMonte Testaccio , das schwarze Tor S. Paolo und die Pyramidedes Cestius“ (Gregorovius ). „Ueber die alten Fora hinaus“schreibt Gregorovius „erschien eine wundervolle Landschaft vonHügeln, aus welcher rötliche Trümmermassen von Thermenund Wasserleitungen und uralte Kirchen vielgestaltig hervor-ragten.“
Wir wenden unsern Blick jetzt nach Nordwesten zu derLeostadt.
Der Borgo war von der Engelsburg bis hinab zu S. Spiritodurch die leonische Mauer umzogen. Der Dom S. Peters, dervatikanische Palast und die Engelsburg bildeten die mitein-ander verbundenen Grundeinheiten dieser vatikanischen Stadt.
Noch hatte die Basilika größtenteils ihre alte Gestalt, dieMarmortreppe mit der Loge Alexanders VI. , den halbverfallenenVorhof, den Glockenturm, die Mosaik-Fassade.
Der päpstliche Palast war eine unharmonische Masse ver-schiedener zum Teil unvollendeter Bauten. Türme standendarin und daran. Eine Mauer verband den Vatikan mit demBelvedere, der bedeckte Gang verband ihn mit der Engelsburg.
*) Das Tor, welches man im Jahr ijoo sah, war nicht die heutige Portadel Popolo. Diese ist erst im Jahre ij6i unter Pius IV. erbaut und erhielterst im Jahre 1653 ihre prächtige Gestalt, als die Königin Christine vonSchweden ihren berühmten Einzug in Rom hielt. Indessen wurde schonvor ijoo das damalige Tor Porta del Popolo genannt, wegen der benach-barten Kirche S. Maria del Popolo .