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Diese Thermen waren derart verteilt, daß sie sich an denFronten des Verkehrs- und Armeleuteviertels (s. oben Seite 371)als glänzende Fassade präsentierten, das Volk einladend, sichdort, auf des Kaisers Kosten, tagtäglich dem Wohlleben hinzu-geben, welches die Thermen boten (S. oben Seite 379 ff., be-sonders 382, 383).
Der Vollständigkeit halber ist hier zu erwähnen, daß nochandere Thermen in ähnlicher Ortslage berichtet werden, zumTeil verbürgt, zum andern Teil unverbürgt. Unter ihnen ge-währen besonderes Interesse die Thermae Heleniana (Helenae)im Osten (S. unsere Tafel III und oben Seite 504).
An der Peripherie des Proletariergebietes lag außer denThermen noch ein anderes dem Bedürfnis der Menge gewid-metes kaiserliches Bauwerk: Das „Maceilum Liviae“ *).
Dieser merkwürdige Bau lag bei der alten Porta Esquilinaaußerhalb des Servianischen Ringes, unweit des Platzes der spä-teren Basilika Santa Maria Maggiore (s. in diesem Werk TafelIV und Tafel III Hauptkarte). Er war zu Ehren der KaiserinLivia durch Augustus errichtet „um den Esquilien einen großenMarkt zu gewähren, der den Bedürfnissen eines großen Stadt-teiles genügen könne“. Im Jahre 7 v. Ch. wurde das Maceilummit großer Feierlichkeit vollzogen (s. Bunsen a. a. O., S. 211 bis212).
In dem Leben der Weltstadt hat das Gebäude eine bedeu-tende Rolle gespielt, und es war die Stätte eines unerhörten Ver-
Gegen 1570 wurde der nördliche Teil der Ruinen zerstört, um dort Neu-bauten zu errichten. Unter Paul V. (1605—1621), als der jetzige PalazzoRospigliosi gebaut wurde, zerstörte man den Thermenbau bis auf die Grund-mauern.
q S. oben Seite 374 am Schluß. Ausführlich Ch. Huelsen in JordansTopographie der Stadt Rom , III., S. 343—345 und „Beschreibung der StadtRom“ von Platner und Bunsen. Stuttgart 1838, Bd. III, S. 210—218. —Uber das „Macellum magnum“, das südliche Gegenstück zu dem MacellumLiviae, bei der Porta Capena (S. Stefano Rotondo) vgl. Huelsen a. a. O.S. 237 ff. — Mehrstöckig wie dieses scheint das Macellum Liviae nicht ge-wesen zu sein.