in der Stadt Rom “. In unserer Tafel IV sind die als „horti“ ge-kennzeichneten Flächen, welche sich vom Flaminischen Tor(Porta del Popolo) bis zur Porta Praenestina zwischen der Servi-anischen und der Aurelianischen Mauer hinstreckten, eine Um-rahmung und Krönung des Bildes von Wohlstand und Luxus,welches die Stadt bald überall darbot, abgesehen von den ausge-prägten Proletariervierteln, namentlich im Nordosten, wo sieunmittelbar neben den „horti“ lagen.
Der Kaiser Nero schloß an jenen Parkgürtel jene Palast-und Gartenanlagen an (oben Seite 344—345), welche nach sei-nem Tode von den Flaviern der Vernichtung überantwortetund durch die Titusthermen sowie das Colosseum ersetzt wur-den.
V.
Die nordöstliche Romhälfte wies außer dem Parkgürteleine zweite Umgürtung des Proletariergebiets auf, nämlich dieKomplexe der großen Thermen, welche an der Peripherie sym-metrisch verteilt lagen, im Norden die Diokletiansthermen, imWesten die Konstantinsthermen, im Südosten die Titusthermenund die Trajansthermen *) **).
*) Über die Trajansthermen und ihr Verhältnis zu den Titusthermens. Ch. Huelsen in Jordans Topographie der Stadt Rom , III, S. 310-314, 307bis 310. Die Trajansthermen waren weit umfangreicher als die Titusthermen.
**) Das historische Schicksal der Thermen war folgendes. Die Titus-und Trajansthermen waren im 5. Jahrhundert außer Gebrauch und in Ver-fall. Der Name der Titusthermen war vergessen und ging in den NamenTrajansthermen auf, bis im Jahre 1506 die Laokoon-Gruppe im Bereich derTitusthermen gefunden wurde. Seitdem sprach man wieder von Titus-thermen. Die Diokletiansthermen wurden im Jahre 470 noch benutzt, kamendann aber bald außer Gebrauch. Ihr Mauerwerk war so dauerhaft, daß, alsim 15. Jahrhundert die Kirche Santa Maria degli Angeli in die Ruine hinein-gebaut wurde, der alte große Innenraum unmittelbar für die Kirche ver-wendet werden konnte. Vgl. dazu Ch. Huelsen a. a. O. S. 307 ff., 438 ff.,377 ff. Die Thermen des Konstantin, deren Erbauungsjahr unbekannt ist,sind im Jahre 443 wieder hergestellt worden. Auch Theoderich soll sie aus-gebessert haben. Dann aber sind sie in Verfall gekommen. Indessen nochim Jahre 1500 sind sie als stattlicher Ruinenbestand vorhanden gewesen.