Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Rom von 1492 bis 1592

IV.

Bis auf Sullas Zeit bildete die Servianische Stadtmauer dietatsächliche Grenze der bewohnten Stadt. Dies heißt, daß imNordosten der Stadt die Wohngrenze tatsächlich durch dieMauerlinie gebildet wurde, welche zwischen Porta Fontinalis,Porta Salutaris, Porta Collina, Porta Viminalis, Porta Esquilina,Porta Caelimontana lief.

Zur Zeit der Republik hat sich in dem Gebiet zwischendieser Mauerlinie und der von uns gezogenen Scheidelinie keinirgendwie beträchtliches öffentliches Bauwerk, sei es Denkmaloder Nutzbau, befunden *).

Wahrscheinlich war es Agrippa (Campus Agrippae obenS. 379), welcher den Anfang gemacht hat, auch in diesem Teilder Stadt für die Unterhaltung der Proletarier zu sorgen.

Wir wissen (s. oben Seite 248, 255, 256, 377), daß die Sul-lanische Epoche einen plötzlichen und starken Aufschwung desStadtlebens brachte, massenhafte Einwanderung und entspre-chende Baulust. Der Ring der Servianischen Befestigungsmauerwurde in dieser Zeit (oben Seite 377, 379) tatsächlich gesprengt.Die Mauer lieferte Baugrund und Bausteine. Esquilinus, Vimi-nalis, Quirinalis , Cespius wurden proletarische Wohn- und Ge-schäftsviertel in dichtester Bewohnung und mit intensivsterAusnutzung **).

Außerhalb des Servianischen Ringes, um diesen herumlie-gend und sich ihm im Halbrund anschließend, entstanden aufden nordöstlichen Höhen in derselben Zeit die großen Grund-besitzungen der Reichen, mit Parks, Garten- und Weinberg-kulturen, aussichtsreiche, vielstöckige Prachtbauten,Landsitze

*) Die BaudenkmälerHercules Sullanus,Minerva Medica ,SpesVetus (Jordan, Topographie III. 342. Ch. Huelsen) seien als unbeträcht-liche Ausnahmen erwähnt. Auf unserer Tafel IV sind Minerva Medica undSpes Vetus bei der Porta Praenestina eingetragen, Hercules alsTrofei diMario bei denHorti Liciniani.

**) Zur Orientierung über die Zeitverhältnisse der Stadt, welche hierln Betracht kommen, sei auf unsere Darstellung oben Seite 367379, Seite551561 verwiesen, ferner auf Seite 281311, 340 ff., 358 ff., 514 ff.