Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Rom von 1492 bis 1592

jede Art von Ketzerverfolgung unterstützten oder auch direktanwendeten, insbesondere Mittel der Inquisition und der Unter-stützung blutiger Religionskämpfe, besonders der Hugenotten-kriege *).

Wir weisen auf diese Momente in der großen Geschichteder Aufrichtung der römisch-katholischen Kirche hin, um darandie Feststellung zu knüpfen, daß die Darstellung der römischenStadtgeschichte, welche unsere Aufgabe ist, sich hier gänzlichzurückhalten und auf das Mauergebiet Roms beschränken muß.

Indem wir uns dieser Beschränkung fügen, müssen wir aufeinen für das Verhältnis der Stadtgeschichte zu der Gesamt-geschichte wichtigen Gesichtspunkt hinweisen, welcher uns hiernicht zum ersten Mal begegnet, welcher aber für keinen Ab-schnitt der Stadtgeschichte so wichtig ist wie für die Geschichtedes 1 6 . Jahrhunderts.

Es handelt sich um die Abhängigkeit des Gedeihens derStadt Rom von dem Ansehen des Papstes in der übrigen Welt.

Im 1 6 . Jahrhundert erscheint unsere These evident illu-striert, wenn man den äußeren Zustand der Stadt im Jahre 1600mit demjenigen des Jahres 1527 (nach dem Sacco) vergleicht unddie Entwicklung des Welt-Ansehens des Papstes während desgleichen Zeitraumes verfolgt.

In ersterer Hinsicht beschränken wir uns hier zunächst aufdie Statistik der Bevölkerung und des Pilgerbesuches der StadtRom. Die Einwohnerschaft Roms belief sich im Jahre 1517auf 60 000, nach dem Sacco im Jahre 1527 auf 33 000, im Jahre1600 auf 109 720.

Die auf Seite 249 und jr 7 dieses Werkes bezeichnete stati-stische Publikation der italienischen Regierung gibt (Parte II,Seite 3 jo) folgende Bevölkerungsziffern:

*) Unerwiesen aber und nicht glaubhaft ist die verschiedentlich be-hauptete Mitwisserschaft Pius V. an dem Plan der Bartholomäusnacht (23.bis 24. August 1572). (L. v. Pastor, Geschichte d. Päpste, Bd. VIII, 1920,

S. 383.)