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seinem Orden als Prediger durch ganz Italien gesandt. VonVenedig bis Neapel erschütterte der Franziskanermönch dasVolk und den Klerus. Im Jahre 1544 wurde er Professor deskanonischen Rechtes in Rimini, 1552 Prediger in Rom zu SS.Apostoli, wo er sich außerdem vertieften gelehrten Studien hin-gab und über Aristoteles schrieb. Im Jahre 1557 wurde erGeneralinquisitor in Venedig, 1560 Professor an der UniversitätRom und zugleich Generalprokurator des Franziskanerordens.In allen diesen Stellungen schloß er sich der strengsten Hand-habung der Disziplin und der Lehre im Sinne der kirchlichenRestauration an. Im Jahre ij 65 war er in Spanien , wo seineergreifende Predigt ihm die Gunst Philipps II. (1555—1598)gewann. Im Jahre 1570 wurde er als Bischof von S. Agatadurch seinen Freund Pius V. zum Kardinal ernannt, als welcherer sich Kardinal von Montalto nannte. Seit dem Jahre 1570zog er sich zurück, ganz seinen Studien hingegeben. Er erwarb1576 an der höchsten Stelle Roms , auf dem alten agger, und vondort zwischen Viminalis und Esquilinus sich hinabsenkend,mehrere Vignen, die er zu einem großen Park verband. Indiesem ließ er sich ein Landhaus erbauen *).
*) Zeitgenössischen Berichten folgend schreibt L. v. Pastor (Gesch. d.Päpste, Bd. X, S. 37 u. 422): Die Vigna Montalto lag in fast ganz unbebauterGegend, hingebettet in tiefes Schweigen, das nur mittags und abends durchden Ton der Ave-Glocken der benachbarten Kirchen S. Maria degli Angeliund S. Maria Maggiore unterbrochen wurde. Der Kardinal weilte lieber dortals in seiner im Rione di Parione, im Vicolo dei Leutari, bei dem Pasquinogelegenen Wohnung. Durch einen jungen Architekten aus Mili am Comer-see, Domenico Fontana , der dieses Wohnhaus gebaut hatte, ließ der Kardinalauf seiner neuen Besitzung ein zierliches Landhaus, den „Palazetto Felice“,errichten. Fontana entwarf auch die Pläne für den ausgedehnten, geome-trisch angelegten Garten und Park. Die Villa Montalto wurde erst 1581soweit fertig, daß sie der Kardinal bewohnen konnte. Die Vorgeschichtedieses Parks reicht auf Augustus zurück, als sich dort die Gärten der prunk-süchtigen, durch die Eifersucht der Agrippina in den Tod getriebenen LolliaPaulina befanden. Die mächtigen Reste der Servianischen Wallbefestigungragten auch 1581 noch als wunderbares Wahrzeichen auf der Höhe desParkes, welcher seit 1696 Villa Negroni (oder auch „Negroni“) später „Ne-groni-Massimo“ oder „Massimo“ genannt wurde. Der Besitz kam 1655 vonden Peretti an die Savelli, 1696 an den Kardinal Negroni. Er war einer der