Von 1534 bis 1592
1359
Der Kardinal Montalto lebte während der RegierungszeitGregors XIII . (1572—1S8 5), seines erklärten Gegners, in größterZurückgezogenheit, „in der Stellung eines in Ungnade Gefal-lenen“. Im Jahre 1581 entzog ihm Gregor XIII. die von Pius V. seinem Freunde Montalto verliehene jährliche Pension. Das In-teresse der öffentlichen Meinung wendete sich von ihm ab,während er sich, nicht ohne Groll, aber ohne Bitterkeit, in derVilla Montalto seinen bedeutenden wissenschaftlichen Arbeitenzuwendete, namentlich der Herausgabe der "Werke des heiligenAmbrosius.
Die am 24. April 1585 den 64 jährigen Montalto treffendePapstwahl kam gänzlich unerwartet. Sie versetzte den Ge-wählten, wie ein Augenzeuge berichtet, in heftigen heiligenSchrecken. Dann aber griff der gewaltige Mann, ungebrochenenGeistes und in voller Lebenskraft, ausgezeichnet durch uner-schöpfliche Arbeitsenergie, mit fester Hand die Zügel der Re-
herrlichsten in ganz Rom , berühmt durch seine schönen alten Baumgruppen.Im Jahre 1784 erwarb die Villa der toskanische Wucherer Giuseppe Staderini,welcher die meisten Statuen verkaufte und die Bäume umhauen ließ. Nurdie berühmte Cypressenallec blieb verschont. Im Jahre 1789 erwarb FürstCamillo Massimo die Villa. Er und seine Familie verhinderten weitere Ver-stümmelung, so daß der Park in großartiger Verwilderung und in Erhaltungder Baureste mit dem Wappen Sixtus’ V. bestehen blieb, bis Anfang dersechziger Jahre des 19. Jahrhunderts alles dem Bau des Hauptbahnhofes zumOpfer fiel. Vgl. Massimo Vittorio, Notizie istoriche della Villa Massimoalle terme Diocleziane con un appendice di documenti. Roma 1836. Vonden vielen Stadtplänen und Vogelschaubildern orientieren über die VillaMontalto am besten: Tempesta (1593) und Losi (1774), beide bildhaft in derHauptsache übereinstimmend, sowie E. Förster, Handbuch für Reisende inItalien, 4. Auflage 1848 (nach Seite 404) und S. 489 („Villa Massimo, ehedemNegroni und eine der herrlichsten Villen Roms , nun in einen Küchengartenumgewandelt“) mit Zeugnissen über das letzte historische Stadium diesesmerkwürdigen Restes der Servianischen Befestigung. In Kurd von Schlözersrömischen Briefen (3. Auflage 1913) S. 218 erwähnt der Verfasser am26. Mai 1865 „einen großen Spaziergang mit Gregorovius durch die VillaNegroni“ mit dem Bemerken: (Papst Sixtus V.) „ließ dort ein kolossalesStandbild der Minerva errichten. Diese Minerva steht noch heute, aber dieZypressen, mit denen der Papst sie umgab, sind gefallen: mitten durch denhistorischen Weinberg ziehen sich jetzt die Anlagen des Zentralbahnhofs“.