Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Rom von 1492 bis 1592

gierung, und widmete als gottbegnadeter Herrscher in restloserHingabe sich den Aufgaben, zu deren höchstem Wächter ersich durch göttliche Sendung berufen fühlte: dem Wohl derKirche, der Würde des Heiligen Stuhls, der Wahrung und Meh-rung des Glaubens.

Daß Sixtus die kirchlichen Ziele als seine letztlich allein be-stimmenden Lebensaufgaben betrachtet und behandelt hat,unterliegt keinem Zweifel. Auch seine bedeutende, den Zu-stand ganz Europas beeinflussende politische Tätigkeit, ebensowie seine den baulichen Zustand der Stadt Rom für Jahrhun-derte bestimmende Arbeit, trat in seinem Lebensplan hinter dender kirchlichen Restauration dienenden Zielen weit zurück.

Die kirchliche Reformtätigkeit Sixtus V. , welche seit 1872in steigendem Maße Gegenstand archivalischer Forschung undkritischer Geschichtsdarstellung geworden ist, wird von L. v.Pastor (Gesch. d. Päpste, Bd. X. 1926) wie folgt gewürdigt:

Als kirchlicher Reorganisator nahm Sixtus V. , ähnlich wieGregor VII . (10731085, Hildebrand), vor allem eine enge Ver-bindung der Gesamtkirche mit Rom in sein Reformprogrammauf. Schon zu Beginn seiner Regierung schärfte er den in Ver-gessenheit geratenen Gebrauch ein, daß alle Bischöfe dem Papstin regelmäßigen Zeiträumen Rechenschaft über die Erfüllungihrer gesamten Hirtenpflicht und den Zustand ihrer Diözesenabzulegen hätten. Von noch größerer Bedeutung war es,daß Sixtus V. der Kirche für Jahrhunderte die feste Gestal-tung ihrer Zentralregierung gab. Um den Kampf gegen dielutherische Reformation zu bestehen und das reformatorischeWerk des Konzils von Trient zu festigen, führte er eine Neu-ordnung der kirchlichen Verwaltung ein, die eine möglichstsystematische, schnelle und unparteiische Erledigung der aus derganzen Welt in Rom zusammenlaufenden Geschäfte ermöglichte.Hierzu diente die Ausgestaltung und Festlegung des Kongre-gationswesens. Er erkannte, daß jenem Zwecke Kongregationen(Sonderausschüsse) der Kardinäle weit besser dienten als dieVollversammlungen des Heiligen Kollegiums, die Konsistorien.Die Neuordnung der Kongregationen durch Sixtus V. , welche