Maria Maggiore zuammentreffende Straßen: Via della QuattroFontane, Via di Porta Lorenzo, Via di S. Croce, Via di Panis-perna. Die von Gregor XIII. angelegte Via Merulana bildetedas fünfte Glied in dieser großartigen Straßengruppe.
Neben diesen fünf Hauptstraßen ist die von Pius IV. ange-legte Via Pia als älteste Hauptstraße in der „Sixtinischen Stadt“zu nennen, mit welcher sich die Zahl dieser Straßen auf sechserhöht.
Außer der Via S. Lorenzo, welche im 19. Jahrhundertdurch die Eisenbahnanlage beseitigt und durch eine andere ViaLorenzo ersetzt worden ist, sind diese Straßenzüge (deren Na-men mehrfach gewechselt haben) bestehen geblieben. Auch das19. und 20. Jahrhundert haben ihre Bedeutung als Hauptstraßennicht aufgehoben *), so erheblich auch die Zahl und Bedeutungder Neuanlagen ist, welche, besonders seit 1870 und dann wiederseit 1922, das bauliche Bild Roms umgestaltet haben.
Schon Anfang März ij88 waren jene großen Verkehrs-wege fertiggestellt. Nach ihrer feierlichen Eröffnung besich-tigte sie Papst Sixtus persönlich.
*) Der Anschauung des Tatbestandes und der Bedeutung der Sixtini-schen Straßenreform können die Tafeln IV und V unseres Werkes als Unter-lage dienen. Die neuen Straßenzüge können durch fünf gerade Linien mar-kiert werden, welche folgendermaßen laufen: von Maria Maggiore bis 1. SantaCroce in Gerusalemme, 2. Porta Tiburtina (Porto S. Lorenzo), 3. S. Trinitä de’Monti, 4. S. Caterina da Siena, 5. S. Giovanni in Laterano. Die vier erstendieser Linien liegen so zueinander, daß sie zwei lange Linien darstellen, dereneine südöstlich — nordwestlich bis Trinita de’ Monti (oberhalb der spanischenTreppe) in der Richtung auf Porta del Popolo läuft, die andere östlich—westlich von S. Lorenzo auf Magnapoli (beim Trajansforum). Wenn mandiese großen Linien und dazu diejenigen der Via Merulana in unsere Tafel VIeinträgt (welche den Zustand Roms um die Mitte des 1 6 . Jahrhundertswiedergibt), so nimmt man wahr, daß alle jene Straßen durch Gebiete ge-führt sind, welche damals seit länger als 1000 Jahren unbewohnt und zumwilden Ödland geworden waren. Es ist ein wesentliches Merkmal der soli-darischen Tendenzen der Restaurationspäpste seit Pius IV., daß sie diesenganzen wichtigen Teil der Stadt seiner baulichen Kultivierung großzügigentgegenführten mittelst des Baus kostspieliger Straßen, deren Bebauung nursehr allmählich folgte und sich vorzugsweise seit dem 17. Jahrhundertvollzog.