1384 Aufstieg und Erschütterung des Kirchenstaates 1592-1849
tatis“ während des Karnevals. Konstantin Höfler teilt mit (Ge-schichte der Stadt Rom aus dem Nachlaß von Papencordt,Paderborn 1857), daß er im Karneval in Rom 1836 sah, wie derSenator im Festzug im offenen Wagen als Scheibe für die derb-sten Scherze der Maskenfreiheit diente, und jedermann diesselbstverständlich fand.
III.
Man schwelgte nach 1600 in den Früchten, für welche ins-besondere die Päpste des vorhergehenden Jahrhunderts inhartem Ringen den Boden bereitet hatten.
Am unmittelbarsten zeigt sich dieses Verhältnis im Bau-wesen.
Die Vollendung des Petersdomes fand ihren feierlichen Ab-schluß erst am 18. November 1626, nachdem der Bau sich durchdie Regierungszeiten von 20 Päpsten hingezogen hatte.
Praktisch noch bedeutsamer aber war es, daß die zunächstwenig erfolgreichen Bemühungen Sixtus’ V. um die Besiedelungder Region „dei Monti“ erst im 17. Jahrhundert zu wirklichgroßen Erfolgen führten.
Erst jetzt verwandelten sich die Gärten und Weinberge indem Dreieck zwischen dem heutigen Corso, der Via Babuino und der Via Condotti , in die prächtigen Bau- und Gartenanlagen,welche, von dort zum Monte Pincio hinaufsteigend, Hauptzier-den Roms geworden und geblieben sind *). Der Name derKirche S. Giuseppe a Capo le Case und die „Via di Capo leCase“ erinnern an den älteren Zustand, als dort „die letztenHäuser“ standen.
Die große Jesuitenkirche del Gesü sowie S. Andrea dellaValle (1591) und S. Carlo am Corso, waren schon im 1 6 . Jahr-
*) Eine besondere Bewandtnis hatte es mit der Villa Medici, welchebereits unter Paul III., im Jahre 1540, durch Annibale Lippi erbaut, dann imJahr 1605 vom Kardinal Al. de’ Medici erworben wurde. Dort wurde dievon Ludwig XIV. im Jahr 1666 gegründete französische Akademie durchNapoleon untergebracht, nachdem derselbe 1801 die Villa gekauft hatte.