1386 Aufstieg und Erschütterung des Kirchenstaates 1592-1849-
nous-Statue zu erwerben, welche auch der Kardinal Cinzio Aldo-brandini sehr gern hätte kaufen wollen. Derselbe Gesandte be-richtete über die Schwierigkeiten, die „licenza“ für die Ausfuhrvon Kunstwerken zu erhalten. Foresto war als Antikensammlerund -exporteur, neben Ciriaco Mattei, in Rom berühmt.
Unter den vielen Ausgrabungsergebnissen zu Ende des 16.und zu Anfang des 17. Jahrhunderts, an denen das ganze römi-sche Volk begeisterten Anteil nahm, ist besonders bemerkens-wert die Auffindung (Oktober 1599) des weißen Marmorsarko-phages, der in einer Cypressentruhe die Gebeine der heiligenCecilia barg. Der Sarkophag wurde entdeckt bei Arbeiten, welcheunter dem Hochaltar der Titelkirche S. Cecilia in Trastevere vorgenommen wurden. Dorthin war der Sarkophag im Jahre821 durch Papst Paschalis I. aus den Calixtus-Katakombenüberführt.
Die Eröffnung des Sarkophages nahm Kardinal Sfondratoeigenhändig vor. Es wird berichtet: „Die sterblichen Reste derMärtyrerin befanden sich noch genau in derselben Lage, wie sievor acht Jahrhunderten beigesetzt worden waren. Durch denseidenen Gazeüberzug schimmerte das goldgestickte Gewandder Heiligen hindurch. Zu ihren Füßen sah man die von Pa-schalis I. erwähnten blutbefleckten Linnentücher.“
Der Augenschein schien zu lehren, daß die Heilige sichnoch in derselben Lage befand, in der sie ihren letzten Seufzerausgehaucht hatte.
In dieser selben Gestalt meißelte der Bildhauer StefanoMaderno (auch „Maderna“) daComo (1576—1636) aus feinstem,,fast durchsichtigen Marmor das Abbild der Heiligen. Auf derrechten Seite liegend, die Kniee zusammengezogen, die Händehalb gefaltet, das Haupt mit einem Schleier bedeckt, das Ant-litz dem Boden zugewandt, am Hals die Schnittwunden desHenkers, so schuf Maderno eines der edelsten Meisterwerke dergesamten italienischen Skulptur.
Im Laufe des 17. Jahrhunderts entwickelte sich, mit derSteigerung des Interesses an den antiken Funden, eine Praxis: