1388 Aufstieg und Erschütterung des Kirchenstaates 1592-1849
höchsten Markzeichen von 1530 und 1557 und erreichte eineErhöhung des Wasserspiegels um 10 Meter. Das Wasser brachtezahlreiche Häuser zum Einsturz, besonders im Borgo, auf derInsel, an der Ripetta. Von der durch Gregor XIII. restaurier-ten Palatinischen Brücke brachen die beiden äußeren Bogen zu-sammen. Die mit dem mittelalterlichen Namen Ponte S. Mariabenannte Brücke erhielt seitdem die Bezeichnung „Ponte Rotto“.Auch die Engelsbrücke und Ponte Molle wurden beschädigt.Die zeitgenössischen Berichterstatter heben hervor, daß alle Ver-kaufsbuden für Rosenkränze an der Engelsbrücke zerstört wur-den, daß drei Salzmagazine der apostolischen Kammer und eingroßer Teil von den 20 Kornmühlen am Tiber mit sämtlichenInsassen fortgerissen wurden.
„Die Römer erlebten eine furchtbare Heilige Nacht. Nie-mand schlief. Lichter brannten an allen Fenstern. Ängstlichbeobachtete man den Wasserstand.“
„Der Papst, fast beständig betend, tat alles, was in seinenKräften stand. Er ließ Barken fahren, um die Gefährdeten zuretten, sowie Lebensmittel und Geld auszuteilen. Kardinal Aldo-brandini mußte in seinem Aufträge persönlich diese Hilfsmaß-nahmen überwachen.“
Am 23. Januar 1599 erließ der Papst ein Rundschreibenmit der Mahnung, die Überschwemmung als Sündenstrafe zubetrachten, und durch Besserung und Buße den Zorn des Him-mels zu versöhnen. Er ordnete Prozessionen an, er ernannteeine Kongregation von 6 Kardinälen, um der Wiederkehr einessolchen Unglücks vorzubeugen. Um den Ausbruch von Seu-chen zu verhüten, wurde eine gründliche Reinigung der Straßenvom Schlamm vorgenommen und für die Dauer eines Monatesdie Bewohnung der unteren Stockwerke im Überschwemmungs-gebiet untersagt.
Die Restaurationsarbeiten wurden mit besonderer Rück-sicht darauf beschleunigt, daß für das folgende Jahr die Feierdes Jubiläums bevorstand.