1390 Aufstieg und Erschütterung des Kirchenstaates 1592-1849
ser schweren Zeit Ruhe und Verkehr in Rom nicht gestört wur-den, auch kein Mangel an Lebensmitteln eintrat.
Die Römer wollten als Zeichen ihrer Dankbarkeit demPapst auf dem Kapitol eine Ehrenstatue errichten. Alexanderlehnte dies mit den Worten ab, es genüge ihm, wenn sein Bildden Herzen der Römer eingeprägt sei.
VII.
Zu den auf das Papsttum des 17. Jahrhunderts aus dem 16.Jahrhundert vererbten Mißständen gehörte die Verwilderungder gesamten Bevölkerung der Campagna (diese örtlich in einemsehr weiten Sinn verstanden) von den höchsten Adelsgeschlech-tern bis zu den niedrigsten Verbrecher schichten reichend, undgekennzeichnet durch den allgemein üblich gewordenen Namen„Banditenbanden“. Die Tätigkeit dieser Banden bestand zueinem großen Teil in Raubzügen gegen das Gebiet der Umge-bung Roms sowie gegen die päpstlichen Besitzungen im ganzenKirchenstaat.
Sixtus V. war mit großer Energie gegen diese Räuber ein-geschritten. Am 24. Mai 1585 wurde am Aufgang zur Engels-brücke der Kopf eines Verbrechers mit einer vergoldeten Kroneaufgestellt. Es war das Haupt eines Banditenführers Prete Guer-cino, welcher sich „König der Campagna“ nannte und seit Jahrendie ganze Umgegend Roms durch seine Raubzüge und Mord-taten in Furcht versetzt hatte. Am folgenden Tage begann dieFeier des zur Erflehung einer guten Regierung angeordnetenJubiläums unter der persönlichen Beteiligung des Papstes. DieAusstellung der Köpfe hingerichteter Missetäter auf der Engels-brücke wurde in solchem Maße Brauch, daß Gesandtschafts-berichte über die Verpestung der Luft durch sie Klage führten,auch für ein bestimmtes Jahr die Meldung erstatteten, es seienmehr Köpfe von Banditen auf der Engelsbrücke ausgestellt wor-den, als Melonen auf den Markt gekommen.
Die Verfolgung des Banditenwesens wurde von den Päp-sten mit besonderem Eifer und mit entsprechendem Erfolg