Von 1592 bis 1769
1391
gegen die Barone der Campagna gerichtet, welche auf ihrenBurgen Banden als ihre Schutztruppe hegten, mit denen sie injeder Hinsicht gemeinsame Sache machten. Aber die Banditen-schaft trat unter neuen Formen immer wieder hervor und bliebwährend des 17. Jahrhunderts eine allgemeine Plage Italiens .
VIII.
Eine wesentliche Verschiebung der sozialen und politischenVerhältnisse in Rom , welche ebenfalls im 16. Jahrhundert be-gonnen hatte, im 17. und 18. Jahrhundert sich vollendete, warder Untergang der alten Adelsgeschlechter und deren Ersetzungdurch neue Familien, welche durch Rangerhöhung und Titel,ohne die Unterlage von Grundbesitz oder sonstigen genügendemReichtum einen sozialen Glanz spiegelten, der nicht echt undnicht dauerhaft war.
In der Zeit von 1626 bis 1737 starben folgende Adelsfami-lien aus: Urbino (1626), Aldobrandini (1637), Peretti (1656),Cesarini (1685), Orsini (1698), Ludovisi (1699), Savelli (1712),Farnesi (1731), Medici (1737).
Da die Barone wie Fürsten leben wollten, reichten ihre Ein-künfte nicht aus. Schon um das Jahr 1600 waren sie fast alleverschuldet.
Im Jahre 1596 hatte Papst Clemens VIII. eine Bulle (diesog. „Baronenbulle“) erlassen, welche die Liquidierung über-schuldeter Fideikommißbesitze behufs Befriedigung der Banken(„Monti“) vorschrieb. Der Apostolische Stuhl erwarb auf Grunddieser Bulle im Jahre 1596 von den Savelli das Kastell Gandolfo.
Eine ausführliche Schilderung der Lebenshaltung des neuenAdels besitzen wir in einem Bericht des urbinischen Ge-sandten Battista Ceci, welcher schreibt: „Alle Adligen lebenüber ihre Verhältnisse, und die Bürger folgen diesem Beispiel.Die Händler kleiden ihre Frauen wie Edeldamen und erlaubensich alle Genüsse, mögen sie noch so viel kosten.“