1392 Aufstieg und Erschütterung des Kirchenstaates 1592-1849
IX.
Eines der Momente, welche das römische Leben des 17.Jahrhunderts kennzeichnen, ist der aus allen Ländern der Weltkommende Zudrang der Fremden zu der Ewigen Stadt.
Der Botschafter Ceci schätzte im Jahr 1604 die Einwohner-ziffer der Stadt auf xoo 000, davon zwei Drittel Fremde.
Die Gesamtzahl der Pilger im Jubeljahr 1600 berechneteman auf drei Millionen, darunter aus Frankreich 300 000. ImHospiz der Trinitä wurden joo 000 Wallfahrer aufgenommen.In der Peterskirche wurden 318 000 Kommunionen ausgeteilt.
Über das Jubiläumsjahr 1625 haben wir keine ziffernmäßi-gen Berichte.
Im Jahr 1650 wurde die Zahl der Pilger auf 700000 ge-schätzt.
Als Clemens X . zu Weihnachten 1674 das heilige Tor öff-nete, zählte man 200 000 Pilger in Rom .
Das Jubiläumsjahr 1700 stand unter dem Druck von Miß-wuchs, Hungersnot, Tiberüberschwemmung und Pest.
Im Jahre 1725 wurden nahezu 400000 Pilger gezählt, dar-unter 370 „christliche Sklaven“, welche durch die Väter desTrinitariats-Ordens aus der Knechtschaft der Mauren freige-kauft waren.
Die zeitgenössischen Berichte heben hervor, daß die Pilger-schaften im 17. Jahrhundert nicht nur durch die Zahl der Pilger,sondern auch durch deren persönliche Bedeutung, durch ihrenhohen, vielfach fürstlichen, Stand, sowie durch ihre geistige undkünstlerische Prominenz ausgezeichnet waren und daß, im Zu-sammenhang hiermit, die Pilger vielfach zu Einwohnern derStadt Rom wurden.
Die Zunahme der Bevölkerungsziffer Roms vollzog sichgleichzeitig auch dadurch, daß angesehene und wohlhabendeFamilien aus Italien und aus dem Auslande, aus Florenz, Genua ,Parma, aus Portugal und aus Frankreich, nach Rom übersiedel-