Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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ten, bestimmt durch die geschäftlichen Vorteile, welche die zurWeltstadt gewordene Hauptstadt des Kirchenstaates bot.

Dazu trat der Anreiz, welchen in steigendem Maße Rom auf die bildenden Künstler übte.

Die von den Pfarrern geführten Gemeinderegister ergabenfolgende Bevölkerungsziffern:

im Jahre 1605 99 647 Einwohner,

im Jahre 1650 126 192 Einwohner,

im Jahre 1691 131 634 Einwohner,

im Jahre 1699 135 089 Einwohner.

Die Juden waren hierbei nicht mitgezählt. Für sie liegt dieNachricht vor, daß sie im Jahre 1668 an der EinwohnerschaftRoms mit 8 jo Familien, 4500 Köpfen, im Jahre 1700 mit 10 000Köpfen beteiligt waren.

Schon vor 1600 war Rom das Idealziel bildender Künstler,namentlich der französischen, spanischen, niederländischen,deutschen. Am zahlreichsten waren in Rom die niederländi-schen Maler vertreten. Anton van Dyck porträtierte den PapstUrban VIII. (Barberini) kurz vor dessen Thronbesteigung (1623).Zwischen 1625 und 1630 schlossen die niederländischen Künst-ler sich zu einem Malerbund (Schilderbant) zusammen, wel-cher eine hohe Bedeutung gewann. Ihm gehörten schon frühauch deutsche Künstler an, von denen der Frankfurter MalerElsheimer (in Rom 15781610) und der gleichfalls aus Frank-furt stammende Kupferstecher Joachim von Sandrart , welcher1628 nach Rom kam, hervorzuheben sind. Sandrart veröffent-lichte 1675 in Nürnberg das Werk:Teutsche Academie deredlen Bau-, Bild- und Mahlereikunst, welches zuerst das Inter-esse weiterer Kreise der gebildeten Welt in Deutschland auf dieKunstschätze Roms gelenkt zu haben scheint *).

Der große Spanier Diego Velasquez (15991660) porträ-tierte den Papst Innocenz X. (16441655), von Jacob Burck-

*) Friedrich Noack :Deutsches Leben in Rom 17001900 (1907).Derselbe:Das Deutschtum in Rom seit dem Ausgang des Mittelalters.2 Bde. (Berlin und Leipzig 1927.)