Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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1398 Aufstieg und Erschütterung des Kirchenstaates 1592-1849

den Stempel aufdrückte. Es war die Stadt des auch in fort-schreitender Beschränkung imposantesten und würdevollstenHofes der Welt, der großartigsten und erhebendsten geistlichenZeremonien, denen die unvergleichliche Schönheit der Bautenund der in ihnen erklingenden Musik doppelte Majestät verlieh.

Zur Zeit Clemens XII. schrieb Charles de Brosses , der be-rühmte Präsident des Parlaments von Dijon , über das Leben inPv.om:Alles in allem kenne ich in ganz Europa keine Stadt, dieangenehmer und bequemer wäre und die ich lieber bewohnenmöchte, Paris selbst nicht ausgenommen. Man kennt sich unter-einander und sieht sich fortwährend. Jeder weiß um des An-dern Tun und Lassen, und alles ist gewissermaßen Zeitungsstoff.Aber es herrscht vollkommene Freiheit des Handelns.

Eine überreiche Literatur verschiedener Art, Reisebeschrei-bungen, Briefsammlungen, Biographien, diplomatische Berichte,Monographien, lehrt, daß die Eindrücke der verschiedenenRombesucher und Romfahrer nicht durchweg übereinstimmen.

Es gibt aber genaue Schilderungen des römischen Lebenswährend des 18. Jahrhunderts, welche bestätigen, daß das römi-sche Leben in jenem Jahrhundert einen wahrhaft zauberhaftenReiz ausgestrahlt und aus der ganzen Welt Scharen von Rom-fahrern angezogen hat, welche in Rom Höhepunkte des Lebens-glückes fanden.

Zu den Quellen unmittelbarer Anschauung der Art jenesRomlebens gehören die Stiche des Venezianers Giovan BattistaPiranesi (17201778), welche Straßenbilder wiedergeben, undvon denen einer der berufensten italienischen Gelehrtenjüngst geschrieben hat:Linsieme delle Vedute del Piranesiforma il quadro piü vivo e parlante della Roma settecentesca,colle sue rieche botteghe da caffe e colle sue osterie in cui PapaLambertini non disdegnava di fermarsi nelle passegiate che facevaa piede per la cittä.

Das bauliche Bild der Stadt ist für das 18. Jahrhundertdurch den Stadtplan aus der Vogelschau von G. B. Nolli(1748), und durch das schöne große Prospektbild von Giuseppe