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V. ABSCHNITT.
das Silber war, wenn man will, auf den Wert des Papier-geldes gefallen. Die ganze interessante Selbstregulierungder österreichischen Valuta hatte also für nnsern Thalerkeine Bedeutung.
Im übrigen fiel der Silberpreis mehr und mehr. London notierte im Jahre 1879 für Silber durchschnittlich 51 V t d..während das deutsche Reich auf Grund eines Silberpreisesvon (j0 7 /s d. zur Goldwährung übergegangen war. Silber-einziehungen und Silberverkäufe wären also für den deut-schen Fiskus mit grossen Verlusten verbunden gewesen.Im Mai 1879 stellte daher die Reichsregierung die Silber-verkäufe und ebenso das Einziehen der Thaler ein. Ob dasein Fehler war oder nicht, habe ich hier nicht zu beurteilen.Durch diese Massregel waren die Thaler in unserin Münz-system in Permanenz erklärt.
11. DEB THALER WIRD AUCH IN ÖSTERREICH UNTER-WERTIGES GELD. KONSEQENZEN DARAUS FÜR DIETHALERFRAGE.
Mit der Wiederherstellung der effektiven Silberwäh-rung in Österreich war das Schicksal des österreichischenGeldes wieder eng an das Schicksal des Silbers geknüpft.Da der Silberpreis stark fiel, musste auch der Wert desösterreichischen Guldens gegenüber dem Holde fallen.Während bis zum Jahre 1878 die österreichischen Wechsel-kurse in einem ziemlich festen Verhältnis zu den Valutender Goldwährungsländer sich gehalten hatten und von demFallen des Silberpreises unberührt geblieben waren, musstensie von dem Augenblick an, in welchem der österreichischePapiergulden das Pari mit dem Silbergulden erreicht hatte,mit dem Silberpreis fallen. Niemand kaufte jetzt natürlicheinen Wechsel auf Wien zu einem merklich höheren Preise,als ihn das in der betreffenden Summe gesetzlich enthalteneFeinsilber zu stehen kam. Er konnte ja das Silber, da inÖsterreich freies Prägerecht bestand, gegen l°/o Prägegebührjederzeit in Gulden ausmünzen lassen und damit seine Ver-