I.
„Durch Heftigkeit ersetzt der Zürnende, was ihm an Wahr-heit und an Recht gebricht" - das Dichterwort fiel mir ein,als ich Bambergers ersten Aufsatz in der „Nation " gelesenhatte, und es beschlich mich zugleich ein Gefühl der Be-schämung, daß diese überhebende Klopffcchterei in Deutschland bei dem Volke der Denker Eindruck machen kann, daß eingroßer Theil unserer Presse auf einem so niedrigen Niveauder Sachkenntniß steht, daß sie diesen zornigen ErgüssenRaum gewährt und daß es in Deutschland noch immer,auch unter Gebildeten, üblich ist, zwar Bambergers man-chesterliche Anschauungen auf allen anderen Gebieten ge-bührend abzuweisen, seine „Verdienste" aber um „unsere aus-gezeichnete Goldwährung" auf das Höchste zu schätzen. Fernererwog ich den Unterschied zwischen Soetbeer und Bamberger .Soetbeer war der eigentliche Bahnbrecher der Goldwährung inDeutschland , er hatte die Goldwährungsidec zum Siege geführt,ehe Bamberger in dieser Frage eigentlich zu Wort kam. Dieersten Währungsschriften Bambergers zeigen an ihren that-sächlichen Fehlern und Mißverständnissen, wie flüchtig und ober-flächlich sich Bamberger mit diesen Dingen beschäftigt hatte, indenen er leider für eine Autorität angesehen wurde. Ich habein meinen Schriften, derartige Beispiele mehrfach angeführt.Selbst noch 1877, als er auf dem Gipfel seines Ansehens stand,wußte Bamberger nicht, daß die Vertheuerung eines Währungs-metalles ein wirthschaftlicher Schaden sei und schrieb in der„Deutschen Rundschau" (Oktober 1877):
„Das Gold wird bei zunehmender Seltenheit nicht mehr imStande sein, seine bisherige wirthschaftliche Stellung einzunehmen,