Wort in dem ganzen Streit zu sprechen. Der holländische Finanz-minister Pierson, vormals Universitätsprofessor und ein in jederRichtung ausgezeichneter Vertreter des Bimetallismus, sagte jüngstbei Erörterung der Währungsfrage in der zweiten Kammer: „Essind nun zwei und ein halbes Jahr, (vorher war er in der Di-rektion der niederländischen Bank gewesen), daß ich mich nichtmehr täglich mit Bank- und Münzsachen und Wechselkursen be-schäftige, und ich möchte nicht gern etwas auf diesem Gebiete vor-schlagen, ehe ich mit Personen, die noch in der Praxis stehen,Raths gepflogen habe". Ohne Zweifel ist das Probleni derWährung von Grund aus ein wissenschaftliches, und nur, werden Hauptbedingungen wissenschaftlicher Befähigung zu entsprechenvermag, ist im Stande, die ganze Aufgabe von ihren allgemeinenGesichtspunkten zu erfassen. Wissenschaftlichkeit ist in diesem Sinnezu definiren als die Verbindung von zureichender Kenntniß derThatsachen und der Literatur mit der Uebung im methodischenDenken. Daraus ist aber sicher nicht zu schließen, daß etwa nurakademische Lehrer diesen beiden Bedingungen entsprechen können.Auch hat man bei allen zahlreichen Münzkongressen noch nichtdaran gedacht, sie aus Akademikern zusammenzusetzen. Es giebtglücklicher Weise auch außerhalb dieses Kreises Leute, welche wederim Wissen noch im Denken hinter der Professorenwelt zurück-stehen, wie es auch in dieser Professorenwelt bekanntermaßen anBeispielen mangelhafter Kenntniß und noch mehr mangelhaftenDenkens nicht fehlt. Ferner sind selbst innerhalb der zunftmäßigenGelehrtenwelt bekanntlich auf diesem Gebiet, wie auf so vielenanderen, die Meinungen durchaus getheilt, und nicht nur das,sondern die Meinungen der einzelnen sind erfahrungsmäßig demWechsel und manchmal recht krassem Wechsel, unterworfen, sogarunter Einwirkung von Strömungen, die nicht gerade den Quellender reinen Wissenschaft entspringen. Am allerwenigsten wissen-schaftlich ist es aber, in Kontroversen mehr auf Namen als aufgute Gründe sich zu berufen, und das wäre im vorliegendenFalle einzuwenden, auch wenn die angerufenen Autoritäten zahl-reich oder sämmtlich von hoher Bedeutung wären. Aber es istvon jeher die Praxis der bimetallistischen Agitation gewesen, ihreAnsicht als die allein wissenschaftliche zu verkünden und in diesenGrenzen gerade die von ihr ins Gefecht geführten Namen alsdie vom höchsten Klang auszugeben."
Diese Ausführungen sind so merkwürdig, daß sie durch denAbdruck niedriger gehängt werden sollen. Ob die bimetallistischeAgitation die von ihr ins Gefecht geführten Namen als solchevon höchstcmKlang ausgiebt, oder ob Namenwie Lexis, Scharling,