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ohne zusammenzufallen. Ist das nicht leichtfertiger Optimis-mus, wenn man alle Lehren der Finanzgeschichte in den Windschlägt und die denkbar schlechtesten Münz? und Währungs-zustände für die besten der Welt erklärt, nur weil die Be-denken, die doch auch jeder Goldwährungsmann über die Unter-werthigkcit der Silbermünzen und den Goldmangel haben muß,Argumente für den Bimetallismus abgeben?
Und nun die internationalen Verträge und der ersteKanonenschuß. Der Währungsvertrag wird aus dem allgemeinenBedürfniß heraus entstehen, und jeder Staat, der ihn bricht,schädigt sich selbst am meisten. Nach den gemachten Erfahrungenwird sich Niemand danach sehnen, die Störungen der Silber-entwerthung ivieder hervorzurufen, namentlich nicht in: Kriegs-fall, wo jeder Staat seine eigne Kraft schwächt, wenn er stattbeide nur ein Metall benutzt. Bamberger übersieht eben, daßdie Durchführung des Bimetallismus die Probe auf dasExempel bedeutet. Ist der Silbcrwerth wiederhergestellt, habendie Werthschwankungen aufgehört, so weiß Jedermann, daß dieSilberentwerthung die Folge falscher staatlicherMaßregeln gewesenwar, und daß der Widerstand gegen den Bimetallismus auftheoretischen Irrthümern beruhte. Zweimal hintereinander machtdie Welt nicht dieselbe Thorheit.
Und wie würde es denn beim ersten Kanonenschuß unterder Goldwährung aussehen? Er brächte überall unrettbarden Zwangskurs. Nicht, wie Bamberger sagt, ein unglück-licher Krieg, nein jeder Krieg bringt uns den Zwangskurs,oder meint Bamberger, daß unser Gold ausreicht, Papier undSilber einzulösen? Denn Silber ist jetzt in kritischen Zeitenals fiktives Geld ebenso durch Gold zu decken wie Papier ,und das kann kein Land der Welt, auch England nicht, imKriegsfall ertragen. Ein europäischer Krieg würde der Gold-währung ein Ende mit Schrecken bereiten, den Bimctallismusaber nicht berühren, denn gerade im Kriege würde kein Staatdas Silber, das für die Heeresbedürfnisse unentbehrlich ist,diskreditiren und sich selbst den Kredit im Auslande erschweren,indem er noch eine Geldkrisis heraufbeschwört. Und mitsolchen Dingen sucht Bamberger auf die urtheilslose Mengezu wirken! Seine Erfolge haben ihn kühn gemacht, auchdas Unsinnigste ist ihm geglaubt worden, also nur frisch behauptet,es bleibt immer etwas sitzen, und dieses thörichte Argument