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Italien , das er 1872 mit seinem Freunde Heinrich Hornbergerganz durchzogen hatte, ist er wenigstens auf längere Zeitnicht wieder gekommen.
Auf Betreiben seiner Freunde richtete er zunächst seinAugenmerk darauf, die Ernte seines schriftstellerischen Lebensin die Scheunen zu bringen und die zahlreichen, an vielen< )rten zerstreuten Aufsätze und Essays, soweit sie ihm der Er-haltung wertli schienen, in einer Gesammtausgabe zu sammeln.Diese ist denn auch von 1894—98 unter der Beihülfe eines„jüngeren sachverständigen Freundes“ (P. Nathan) zu Berlin bei Bosenbaum & Hart in 5 Bänden erschienen. Der 1. Bandwurde zuletzt ausgegeben, weil er für die Selbstbiographiedes Antors reservirt worden war. Aber nicht nur Altes ist indiesen Jahren redigirt und mit Einleitungen versehen worden,sondern noch gar manches Nene wurde dem schon vorhan-handenen Schatze hinzugeschaften. Bamberger hat sich wohlselbst mit im Auge, wenn er einmal sagt: „Die Menschen ge-brauchen die Sprache viel weniger, um Anderen Mittheilungenzu machen, als um zum eigenen Vergnügen laut zu denken“(Ges. Sehr. 1,329). Und diesem Vergnügen hat er nochmanche Stunde seiner letzten Jahre gewidmet. Ernste undheitere; Aufsätze hat er in ihnen verfasst , in denen er übereinzelne Erlebnisse berichtet, die wichtig genug waren, umfür die Zeitgeschichte aufgehoben zu werden. So hat er unsvon seiner Antheilnahme an den Ereignissen von 1870, seinerFahrt mit dem deutschen Hauptquartier nach Frankreich undseinem Verkehr mit dem Fürsten Bismarck in Versailles er-zählt (Ges. Sehr. I, 417). Feber Fragen der actuellen Politik,über die er sich ein Urtheil zutrante, z. B. über das Ver-hältniss Frankreichs zu Russland , sprach er sich (Ges. Sehr.1,453) aus und setzte seine „Weihnachtsbriefe“ fort, welcheseit 1888 zur Freude zahlreicher Leser und Leserinnen dieWochenschrift „Die Nation“ gebracht hatte (Ges. Sehr. I, 5).Das Wort Corneille’s, das er dem ersten dieser Essays: DieKunst zu schenken, als Besinne vorgesetzt hat: „La fayon dedonner vaut mieux qne ce qu’on donne“, könnte man auchals Motto für alle diese reizenden Feuilletons vorschlagen.