Druckschrift 
Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
Seite
25
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Die fünfzehn Zeichen des jüngsten Gerichts.

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Blatt 21. s. Die Lehrer glauben sich unwürdigund predigen nicht mehr,d. Der Antichrist fällt zur Erde niederwie todt.

Von diesem Blatte gab vlbäin, Sibl.Spene. I, XXXIII. ein Facsimile.Blatt 22. s. Auferstehung des Antichrists am drit-ten Tage.

b. Er bewirkt durch die Macht d»s Teu-fels und durch Zauberei, daß daSFeuer des Himmels seine Schülerverzehrt.

Blatt 23. Antichrist bescheidet alle Fürsten undHerren, die an ihn glauben, an denOelberg und verspricht gen Himmelzu fahren.Dieses Blatt ist, so wie die vier fol-genden, nicht getheilt, sondern ent-hält nur eine Vorstellung.

Blatt 24. Antichrist's Versprechen wird vondem Geiste des Herrn, dem Erz-engel Michael , vereitelt.

Blatt 25. Er wird von dem Cherub mit flam-mendem Schwert zurück geworfenund von den Teufeln in die Höllegestürzt.

Blatt 26. Nach dem Verschwinden des Anti-christ's leben seine Diener, die nunkeinen Herrn haben und auch vonGott nichts wissen, in grober Sin-neslust, doch sind ihnen fünf undzwanzig Tage znr Neue gegeben.

Das letzte Blatt lehrt, wie Elias und Enoch zurück-kommen und die Betrogenen wiederznm Christenthume bekehren, wor-auf Reue und bange Erwartung desjüngsten Tages folgt.Das letzte Blatt enthält nebst derDarstellung 13 Zeilen und dieUeberschrift-So der CnotKristsein leben in aller poshait voll-endet vno «in pös ennd gcnom-men hat."

Bei der Beschneidung des Antichrists aufBlatt 5. ». wird außer dein Ompenäium l'lwvlnAiae

zum erstenmale ans dieGlos über Avoc»li)vsis"

verwiesen, worunter Haymon'S, Bischofs von Can-

terbnrh, IZxpositio super ^ocnl^psi» loll»»!« ^I>o-«toll zu verstehen ist. Letzterer lebte um die Mittedes eilftcn Jahrhunderts. Kopien von einzelnenBlättern desEntkrist" findet man in v. Hei-necken's Nachrichten II, 194. in derI<I6e x<w<wuex. 384. (wo anch x. 334-393. eine ausführlicheBeschreibung) und in Dibdin's Libliotlx-c» 8^>en-cerlüna I, xxxm.

Die zur Seite stehende getreue Nachbilduug dersechsten Tafel, wovon das Original ans Heincckcn'öSammlung sich in der königlichen Bibliothek zuDresden befindet, wird znr Beurtheilung des Bild-und Schriftcharakters hier nicht unwillkommen sein.

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Diefünfzehn Zeichen des jüngstenGerichts" stehen dem uralten Volksglaubengemäß mit der Geschichte desAntichrist's "in der engsten Verbindung, uud machen in gleicherWeise, wie dieselben in den Klosterbibliothekengewöhnlich in einem Bande zusammengebundenvorkommen, mit diesem eigentlich nur ein Werkvon 33 Blättern mit deutschem Tert aus, derenjedes nur auf einer Seite bedruckt ist uud wovon26 Blätter auf deu Entkrist" und 12 Blätterauf diefünfzehn Zeichen" kommen. SämmtlicheBlätter bilden eine Lage, uud je zwei uud zweiderselben haben einen und den nämlichen Buchstabenzur Signatur, der zwischen Beiden aufgedruckt ist,so daß das erste uud 33., das 2. und 37., das3. und 36. Blatt zusammengehören. Jedes derBlätter hat zwei Vorstellungen, über denen diedeutsche Erklärung stehet, das 35. ausgenommen,welches nur eine hat. Jede Seite ist mit einerstarken Linie eingefaßt und uacli der Sitte derdamaligen Zeit fast immer mit Gummifarbcn ans-gemalt.

Man kennt bis jetzt nur zwei xylographischeAusgaben, davon ist die zweite vom Briefmalerund Briefdrucker Jung-Hanß in Nürnberg 1472herausgegeben. Die Gothacr Bibliothek besitzt da-von ein schönes Eremplar. Auf der ersten Seite

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