Sant - Urfino.
1 4 7 3.
Ein Flecken unweit Viccnza hat drei oder vierDrucke aus dem siebenten Jahrzehend des fünfzehntenJahrhunderts auszuweisen. Hanns vom Rhein oderJohannes de Rheno, ein Deutscher, druckte 1473„I. Puns Scotus, super tcrtio scntcntinrnm "in Folio. -Auf ihn folgte Leonhard Achates ansBasel . Beide aber vertauschten diesen Aufenthaltsehr bald mit
Vicenzo,
1 4 7 4,
wo sie nebst Johann und Stephan Koblinger ausWien, Nicolaus Pctri vou Harlem und HermannLichtcnstein (I^evilap!-;) anS Eöln die einheimischenKünstler Leonardo Lvngo, Enrico de Sancto llrso,Dionysio Vcrtochus aus Bologna , der spärer zuTreviso, Neggio und Modena druckte, Enrico deCa' Zcno oder de Easa Zeno, Jacopo de Tnsa,Filippo Albino, Simon de Gabis genannt Bevil-agua und Gngliclmo de Papia verdunkelten.
C o m o.
1 4 74.
Ambrosio de Orcho und Dionysio de Parnvisinoft'ihrten die Kunst in das reizende Städtchen amgleichnamigen See im Herzogthume Mailand ein,wo sie 1474 „Io. Ant. de S. Gcorgio trnctatus!>r »ppeUationil'us" in Folio Herausgaben. Letz-terer verließ, als er seine Stelle durch Balthasarde Fossato ersetzt wußte, Como und druckte zu Mai-land die griechische Grammatik des LaSkaris.
G e n n a,
1 4 74,
die Stadt der Paläste, von den Italienern auseben diesem Grunde La Snpcrba genannt, muß inder Geschichte der Buchdruckerkunst an Bedeutsam-keit ihrer Leistungen manchem kleineren Städtchenweichen. Hat Matthias von Olmütz, gewöhnlichMatthias Moravus „der Mahrer" genannt, nebstMichael von München (de Monacho oder Mona-censis) milder „Summa Pisanclla" deö Nicoiansde Asumo gleichwol schon 1474 die Typographie
hier eingeführt, so machte Letztere doch nicht dieFortschritte, welche von einem solchen Handelsplatzezu erwarten waren. Außer deu genannten zweideutschen Truckern errichtete 1480 der Earmeliter-mönch Baptista Eavalns im Kloster Maria dcllaCroce eine Werkstatt, aus der jedoch nichts vonBedeutung hervorgegangen ist.
Tn ri n.
1 4 7 4.
In gleichem Verhältnisse zur typographischenKnnst steht die Hauptstadt von Piemont. DerFranzose Jean Fabre de Langrcs oder Lingoncnsiönebst Giovanni de Petro eröffneten hier mit dem„Dreviarium Nomauum" von 1474 die Bahn.Ersterer, den man nicht mit dem Lyoncr DruckerI. Fabri verwechseln darf, ging später nach Easolebei Sicna, von wo er erst 1491 wieder zurückkehrte.Jacobinus Suigus, welcher früher zu Nercelli uudin Civasso seine Knnst geübt, druckte hier vou 1487-1494 und wählte znletzt Lyon und Venedig zumSchauplatz seiner Wirksamkeit. Man hat Bücher,welche er in Gemeinschaft mit Nicolauö de Benc-dictis ans der spanischen Provinz Katalonien zwi-schen 1490 und 1500 vollendet hat. Noch verdientFrancesco de Silva von 1496-1497 Erwähnung.
S a v o n a,
1 4 7 4,
! im Genuesischen, hat das einzige Druckwerk: „ Poe-thius de eonsolatione Philosophien " von GiovanniBono 1474; das kleine Städtchen
C a g l i,
1 4 7 5,
lateinisch e->!>ium, im Kirchenstaate, dagegen, woRobert de Fano mid Beruardino de Bergamo dieBuchdruckcrkuust eingeführt haben, drei bis vierDrucke auszuweisen, von denen „Mafei Vegii deinortc Astiuactis opus jocuuoum et mioerabile"1475. in 4. das erste ist.
Casole,
1 4 7 5,
eine kleine Stadt im Großhcrzogthume Toscana,welche bald unter dem Namen Easscllae, bald unter
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