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Wer ist nun derjenige, welcher diesen Dienst des Dis-contirens leistet? Wer steht allezeit da mit flüssigem Geld,um den Geschäftsleuten ihre in Wechselform gebrachten For-derungen in Baar zu verwandeln? Es ist klar, daß, umdas möglich zu machen, in der Verkchrswelt eine Klasse vonPersonen bestehen muß, deren Bedürfniß gerade nach derumgekehrten Richtung geht. Die Geschäftsleute wollen nochnicht fällige Forderungen unter Vorausabzug der Zinsen zubaarem Gelde machen; damit ihnen dieses Verlangen erfülltwerde, müssen andere Leute da sein, welche wünschen, baaresGeld gegen Zinsvergütung auf eine Weile vorzustrecken.
Solcher Leute gibt es zwar in einem cultivirten Landeviele, aber die wenigsten sind in der Lage, dem Wunschedes Wcchselbesitzers zu entsprechen. Der größere Theil der-jenigen, welche mehr Kapital besitzen als sie zum eigenenGeschäftsbetrieb brauchen, wollen dasselbe auf längereZeit ansleihen, um von den Zinsen ihren Unterhalt zu be-streiten oder neue Kapitalien zu bilden. Sie sind durchausnicht darauf aus, alle zwei oder drei Monate, oder gar — beinamhaftem Kapital — alle paar Tage nach neuen Gläubigernauszugehen und ebenso oft fällige Forderungen einzukassiren.Um das thun zu können oder thun zu wollen, müßten siedie Ausleihung ihrer entbehrlichen Kapitalien mit allenKenntnissen und allen Einrichtungen eines besondern Ge-schäfts betreiben. Und das gerade wollen sie nicht. Siesind auch nicht in der Lage, die Zahlungsfähigkeit jederWcchsclunterschrift zu prüfen; sie wollen ihrem anderweitigenBerufsgeschäft nachgehen (die Zahl der bloßen Rentner ist— namentlich in Deutschland — verschwindend klein); siewohnen an Orten, in denen gar keine Wechsel vorkommen;