Druckschrift 
Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

58

Kasscnfenster klopfen, um in Gold eingewechselt zu werden.Diese Voraussicht hat sich auch bewährt, denn die Pccl-Acte ist zwar seit ihrer Verkündung mehrmals zeitweiseaußer Kraft gesetzt worden, aber niemals aus dem Grunde,daß die ungedeckten Noten im Betrag sich zu groß gezeigthätten, d. h. niemals trat das Publikum vergeblich an dasSchalter, um Noten gegen Gold zu erhalten. Eine solcheSperre, d. h. ein Bankrott oder ein Zwangscnrs, hat seit1810 nicht stattgefunden, weder vor noch nach der Pccl-Aete. Wenn die Voraussetzung dieser Acte wiederholt sichals falsch erwies, so trat dies vielmehr in umgekehrter Rich-tung ein. Nicht Gold, sondern Papier wurde verweigert;das Ansgabedcpartement wurde genöthigt, in einigen kri-tischen Augenblicken zu den 14 Millionen, die es ohne Gegen-leistung in Gold der Bankabtheilnng gegeben, noch einigeMillionen mehr in derselben Weise zu fügen. In derVoraussetzung also, daß das Land 14 Millionen ungedeckterNoten unwiederbringlich aufsauge, hat sich die Peel-Actenicht geirrt, nur an der Voraussetzung, daß es unter allenUmständen mit diesen 14 Millionen ungedeckter Noten aus-kommen werde, hat sie nicht immer festhalten können. Gegenden wahren Daseinsgrnnd der Noten, daß sie nämlich derQuantität nach elastisch sein müssen, konnte auch jene Re-form nicht aufkommen.

Haben wir im Obigen den innern Sinn der Peel-Acte,oder, wie man deren Methode in Deutschland zu benamsensich gewöhnt, derContingcntirnng", erläutert, so ist damitdie ihr im Geiste ihrer Urheber zu Grunde liegende Absichtdoch nicht erschöpft. Zwei andere Absichten sind noch inebenbürtiger Weise dabei im Spiele.