Auch der Entwurf dcs vom Rcichskanzlcramt ausge-arbeiteten Gesetzes schöpft aus diesen Betrachtungen eine seinerwesentlichsten Schlußfolgerungen; er behandelt sie mit großerVorliebe und legt auf ihre Verwerthung den allermeistenNachdruck. Er weiß sehr wohl warum! '
Durch nichts nämlich bringt man das liebe Publikum sichererauf seine Seite, als wenn man ein Verhältniß anklagt, daßes die Preise vcrthcucrc. Obwol die meisten Menschen vomVerkaufen irgendeiner Sache leben, so schreien sie doch allesofort auf, wenn sie hören, daß ihnen dcr Einkauf vcrthcucrtwerde. Dcr Aussprnch, daß die Zcttclbankcn die Preisehinaufgetrieben haben, genügt daher, um die Menschheit zuallen Einschränkungen gegen dieselben bereitzustellen.
Wie verhält es sich damit?
Es gibt eine kleine Anzahl wirthschaftlichcr Vorgänge,welche wol nie ganz klar gelegt werden können. Zu diesengehört z. B. die Frage dcr Steucrübcrwälzung. Wenn dieMahl- und Schlachtstcncr abgeschafft werden soll, so rufendie Vätcr der Stadt aus voller Ueberzeugung aus, das werdedem verzehrenden Publikum auch keinen Pfennig Prciser-nicdrigung eintragen; ganz allein die Fleischer und die Bäcker-würden die Erniedrigung der Herstellungskosten genießen;wogegen die mit Begriffen rechnenden Volkswirthc betheuern,daß jede Herabsetzung der Herstellungskosten dem Käuferschließlich zugute kommen müsse. Wer hat recht? Fragtman die Thatsachen um Auskunft, so sprechen sie eine soverworrene Sprache, daß jedenfalls die Theorie oft genugunrecht zu haben scheint.
Noch dunkler als bei dcr Frage dcr Steucrübcrwälzung,liegen die Dinge bei der Frage dcr Preissteigerung. Es