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Buchhändler, von denen Bücher gekauft waren. Hiermit hinges dann zusammen, daß ich, als bei jeder Rechnung die Num-mern der Akzessioncn beigeschrieben werden mußten, auch daszu besorgen hatte. Einmal im Jahre wurde dann noch einsystematisch sorgfältig geordnetes Verzeichnis aller im Laufedes Jahres erworbener Werke aufgestellt, das bei den ordent-lichen Professoren zirkulierte. Hatte ich so glücklich jede derAkzessionen, deren Zahl im Durchschnitt mindestens 1200betrug (im Jahre 1869 sogar 1693) viermal gebucht, so kamzweitens der Verkehr mit dem Buchbinder hinzu, für den ichdie Titel auch noch zweimal, wenn auch in kürzester Form,schreiben mußte. Die Ordnung des Zeitschriftenschrankes, derangefangenen Werke und die Führung einer Kontinuations-liste mag hier auch erwähnt werden.
Drittens hatte ich das Ausleihejournal zu führen unddabei auch das gesamte Ausleihegeschüft zu überwachen. DieNachsicht, mit der die vorgesetzten Bibliothekare die Unord-nungen einzelner ihrer Professoren-Kollegen behandelten, be-reitete mir hierbei mancherlei Ärger. Kam es in einem Falledoch so weit, daß die Staatsanwaltschaft in Tätigkeit gesetztund das Zimmer eines Professors amtlich erbrochen werdenmußte, um wieder in den Besitz von wertvollen Werken zukommen, die der längere Zeit verreiste und auf kein Schreibenreagierende Professor jahrzehntelang im Hause gehabt hatte.
Viertens mußten von mir die fünf Lesezirkel, in denendie auf der Bibliothek gehaltenen wissenschaftlichen Zeitschriftengegen besondere Bezahlung zirkulierten, in Ordnung gehaltenwerden; auch war der Bote, der sie herumtrug, zu kontrol-lieren.
Außer diesen ständigen Arbeiten waren noch anderekleinere vorgesehen, die nach der Instruktion mir aufgebürdetwerden konnten. Ich habe sie alle erledigt. Damals konnteich noch rasch arbeiten und ich setzte meine Ehre darein, keineReste zu haben. Ja, ich habe noch Antiguariatskntaloge ge-lesen und habe Allotria auf der Bibliothek treiben können,