Druckschrift 
Aus dem Leben eines deutschen Bibliothekars : Erinnerungen und biographische Aufsätze / von Otto Hartwig. [Hrsg.: Erich Liesegang]
Entstehung
Seite
214
Einzelbild herunterladen
 

nur sichere Bankgeschäfte, sondern hatte sich vielfach in großeBergwcrksunternehmnngen eingelassen, bei denen Jahrelangnicht nur nichts verdient, sondern sogar zugesetzt wurde. Beider Inszenierung und Verwaltung von zwei derartigen Ver-suchen war Bambcrger persönlich in erster Linie beteiligt undhat uns das ausführlich erzählt. (Er. S. 373 u. f. und 383 n. f.).Schlug einmal ein solches Unternehmen ein, so wurde dannrasch viel Geld gemacht. Aber immerhin war BambergcrsVermögenslage nicht ganz sicher. Als er deshalb einmal mitseinem Onkel über die Sichcrstellung seiner Frau für denTodesfall verhandelte, und dieser zwar anerkannte, daß erdie Last der Geschäfte fast allein trage, meinte jedoch derGeschäftsmann, sein Neffe entziehe dem Kontor doch einenguten Teil seiner Kräfte durch seine schriftstellerische Tätig-keit. Man wird sich daher nicht wundern, daß das Geschäftsich 1867 auflöste, als dieser Arbeiter aus ihm austrat undkein geeigneter Stellvertreter für ihn zu finden war. Bam-bergcr hat sich dann später an keinem anderen finanziellen Unter-nehmen mehr persönlich beteiligt als an der Gründung derDeutschen Bank", deren Organisation er in Verbindung mitAdalbert Dclbrück Ende der sechziger Jahre schuf, und der erden ersten brauchbaren Direktor verschaffte. Doch schon 1872trat er aus dem Verwaltungsrat der Deutschen Bank aus,als er die Ära der Verleumdung und Verunglimpfung jedergeschäftlichen Tätigkeit, die sich seitdem so mächtig entfaltethat, von weitem kommen sah" (Er. S. 386). Das allgemein-giltige Resultat seiner Erfahrungen auf dem Gebiete seineserfolgreichen Geschäftslebens, Erfahrungen die seine ganzespätere politische Tätigkeit mitbestimmen sollten faßt erdahin zusammen:Bcamtenfach und kaufmännischer Berufsind so himmelweit von einander entfernt. Daher gibt esnichts horribleres als Regierungseinmischnng in die Geschäfte;aber Regierungslente sind noch erfahren und wohlmeinend,verglichen mit der Überzahl der Parlamentarischen Gesetz-macher". (Er. S. 386).